|
Häuptlinge
von Ostfriesland
Zu Beginn des 13. Jahrhunderts
begannen reiche Grundbesitzer ihre Häuser in Stein zu bauen und mit
Wall und Graben zu umgeben. Den Mitanwohnern gewährten sie gegen
zunächst kleine Verbindlichkeiten Schutz. Als der Zustand der
Regierungslosigkeit andauerte, zogen die Besitzer der Steinhäuser
von Jahr zu Jahr mehr obrigkeitliche Gewalt an sich. Sie nannten
sich Häuptlinge. In lateinischen Urkunden wurden sie als Capitanei,
Capitales, Toparchae, Dynastae oder Domicelli bezeichnet. In älteren
deutschen Dokumenten heißen sie Opstalling oder Hoetling.
Die wichtigsten Häuptlingsfamilien
waren:
- Abdena (Emden)
- Allena (Osterhusen)
- Beninga (Grimersum)
- Kankena (Wittmund)
- Papinga (Jever)
- Attena (Dornum)
- tom Brok (Broke bei
Engerhafe)
- Ukena (Neermoor)
- Cirksena (Greetsiel)
-
Ostfriesische
Herrlichkeiten
Vom
ostfriesischen Grafenhaus unabhängiges Gebiet, dessen
"Herrscher" eine Reihe von Sonderrechten besaß. In
Ostfriesland gab es zur Grafenzeit zehn Herrlichkeiten, nämlich
sechs adelige Herrschaften:
-
Dornum,
-
Gödens,
-
Jennelt,
-
Lütetsburg,
-
Petkum und
-
Rysum,
die drei Emder
Herrlichkeiten:
-
Up- und
Wolthusen,
-
Borssum,
-
Jarssum und
Oldersum
das Lehngut Loga
oder die Herrlichkeit Evenburg
Quelle: Frisia
Orientalis von Dettmar Coldewey, Lohse Eising-Verlag, Wilhelmshaven |