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Geboren
am 15.9.1500 -- Gestorben am 21.2.1575
Als
Edo Wiemken der Jüngere, Häuptling des Jeverlandes, 1511 starb,
hinterließ er vier Kinder aus seiner zweiten Ehe mit Heilwig, einer
Schwester des Grafen Johann V. von Oldenburg: seinen einzigen Sohn,
den Junker Christoph, und die Töchter Anna, Maria und Dorothea. Da
die Kinder unmündig waren, führte ein Regentschaftsrat die
Regierungsgeschäfte.
1517 starb überraschend
Junker Christoph (er wurde vergiftet), und die drei Schwestern
wurden zu den Erben der Herrschaft Jever.
Diese Gelegenheit
versuchte der Graf Edzard von Ostfriesland zu nutzen, um das
Jeverland mit Ostfriesland zu verbinden. Er besetzte Jever und
stellte die Hochzeit seines Sohnes Enno mit Fräulein Maria in
Aussicht. Doch dieses Versprechen wurde nicht eingelöst. Ein
anderes politisches Problem wurde dringender: die ständigen Fehden
mit den Oldenburgern. Enno II heiratete die Gräfin Anna von
Oldenburg, woraufhin die Streitereien zwischen Ostfriesland und
Oldenburg ein Ende nahmen.
Die Kinder Edo
Wiemkens aber wurden wie Gefangene im eigenen Schloss gehalten. Und
Anna und Dorothea starben in jungen Jahren.
Doch da kam Hilfe
von unerwarteter Seite. Der ostfriesische Drost Boing von Oldersum
stellte sich auf Marias Seite und vertrieb schließlich 1531 die
Besatzer aus Jever. Er gilt bis heute als Marias Verlobter und
Geliebter. Er starb während einer Belagerung bei Wittmund.
Maria hat viel für
ihr Land getan. Sie erhob 1536 Jever zur Stadt, vergrößerte ihr
Herrschaftsgebiet durch Neueindeichungen, erbaute Siele, förderte
die Rechtspflege und unter ihrer Herrschaft blühte der Handel.
Geheiratet hat sie nie.
Doch scheint sie
auch eine harte Herrscherin gewesen zu sein. Der Sage nach gab es
einen jungen Mann namens Jan van Cleverns. Er war ein undankbarer
Sohn, der seine Mutter schlug. Maria ließ ihm die Hand abhacken,
damit er diese nicht mehr gegen seine Mutter erheben könne.
Als sie 1575
starb, fürchtete man eine erneute Machtergreifung der Ostfriesen.
Daher wurde ihr Tod geheimgehalten. Ihr Zimmer wurde verschlossen,
das Essen vor die Tür gestellt. Ein Diener aß heimlich die Teller
leer, damit niemand Verdacht schöpfen konnte, bis der rechtmäßige
Erbe, Graf Johann VII von Oldenburg eingetroffen war. Die Täuschung
gelang so perfekt, dass noch heute die Sage geht, Maria sei nicht
verstorben, sondern durch einen unterirdischen Gang verschwunden,
durch den sie eines schönen Tages auch wieder zurückkehren werde.
Daher läute man noch heute jeden Abend die Marienglocke, im Sommer
um 22 Uhr, im Winter um 21 Uhr, um ihr den Weg zu weisen. Während
der französischen Zeit haben die Franzosen das Läuten mehrfach
verboten. Doch der Sage nach läuteten die Glocken von allein zur üblichen
Zeit trotzdem. Der tatsächliche Hintergrund des Läutens ist
allerdings die Polizeistunde, die Maria eingeführt hatte um ihren
treuen Bürgern pünktlich nach Hause zu verhelfen.
Maria ist noch
heute mehr als eine historische Persönlichkeit. Sie ist in der
Stadt allgegenwärtig und das sicherlich nicht nur für die
Touristen. Niemand vor oder nach ihr hat so viel für das Jeverland
getan.
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