Accum ist ein kleiner idyllischer Ortsteil mit ca.
1000 Einwohnern, zwischen Wilhelmshaven und Jever gelegen. Ursprünglich
ist Accum eine Dorfwarf auf einem Geestrücken.
Besiedelt war Accum, damals noch am Meer gelegen, schon zu Beginn unserer
Zeitrechnung. Erstmalig erwähnt wurde der Ort Ackem um 840 in den Kirchenbüchern.
1340 zerstörte Edo Wiemken der Ältere die Glarenburg (Glarum) bei Accum
und verschenkte das gesamte Anwesen an Popke Ihnen von Inhausen. Seitdem
gehörte Accum zur Herrlichkeit Inhausen/Kniphausen und die Accumer
Dorfkirche wurde Hofkirche. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Accum Teil der
Gemeinde Sillenstede, die bei der Gebietsreform 1972 mit Schortens
zusammen geschlossen wurde.
Accum ist die einzige
ev.-ref. Kirche im Oldenburger
Raum und wurde daher auch von vielen Anwohnern umliegender Gemeinden
aufgesucht.
Die
erste Kirche Accums dürfte eine Holzkirche gewesen sein. Sie wurde bereits
im neunten Jahrhundert erwähnt. Im 13. Jahrhundert wurde sie durch eine
erste Steinkirche ersetzt.
1555 führte Tido tho Inhusen und Knipens das reformierte Bekenntnis
ein. Er starb am 18.2.1565 und wurde unter
dem Chor der Kirche beigesetzt. Seine 14 Jahre später verstorbene Ehefrau
Eva von Rennenberg ruht neben ihm.
Das Tido-Denkmal
ist eine absolute Besonderheit in der Accumer Kirche.
Die Accumer Kirche in ihrer heutigen Form wurde 1719 erbaut. Der Neubau
war fällig geworden, weil die alte Kirche durch die letzten großen
Sturmfluten so baufällig war, dass man sie
nur noch unter Lebensgefahr zum Gottesdienst betreten konnte. Die
Finanzierung der neuen Kirche sicherte der damalige Landesherr der
Herrschaft Knyphausen, Graf Anton II von Aldenburg.
Rechts
von diesem Eingang befindet sich die Stelle, markiert durch einen mit lateinischer
Schrift versehenen Graustein, wo der Graf und seine Gemahlin den Grundstein
mit eigener Hand 1719 gelegt haben. Eine weitere Tafel neben dem Eingang an
der Nordseite erinnert an den Landrichter Hake, der an dem
Finanzierungsplan für die neue Kirche maßgeblich beteiligt war.
Die Schlichtheit der Accumer Kirche fällt besonders angenehm auf. Ein
Altar ist nicht vorhanden, weil Christus nach dem 10. Kapitel des
Hebräerbriefes als einmaliges Opfer für uns alle gestorben ist, und wir
somit keinen Opfertisch (=Altar) mehr benötigen. Statt dessen steht vorn
in der Kirche der Abendmahlstisch, um den sich die Gemeinde beim Abendmahl
versammelt. Die Orgel, 1705 durch den berühmte Orgelbauer Arp Schnitger
erstellt, wurde in die neue Kirche 1719 übernommen und wurde seither oft
restauriert. Sie ist, wie die wunderschöne Decke mit Bibelzitaten und die
Sitzbänke in einem zarten türkisblau gehalten.
Hier ein kurzer Film vom Glockenläuten in
Accum, gefunden bei YouTube, aufgenommen von DennisWubs, eingefügt am
27.1.2010..
(entnommen der "Accumer kleine Kirchenchronik" von 1991)
vor 1550
Markus
der Zuname ist unbekannt
1550-1584
Balsuinus Nerdenus
im 61. Lebensjahr verstorben.
1585-1593
Abrahamus Balduinus
Sohn des Vorgenannten
1588-1607
Andreas Heppigiius
bis 1593 2.Prediger
1595
Diricus Mylius
2.Prediger
1601
Adamus Balduinus
2.Prediger
1603-1620
Petrrus Erdmann
2.Prediger bis 1607
1608-1616/ 17
Wilhelmus Thomas
2.Prediger
1621-1636
Valerius Rostorp
1621-1642
Herardus Nikolai
Es gibt verschiedene Aussagen über sein Todesjahr!
? -1647
Hallowitz Hallowietz
? -1654
der jüngere Engelbert
? -1656
Urenmeister
1656-1666
Hardingius Rößing
1666-1675
Nikolaus Warendorp
1676-1682
Ludolphus Hunefeld
ging von Accum aus nach Lemgo/ Lippe
1682-1698
Henricus Luthmann
1699-1703
Melchior Brünings
1704-1712
Ludovicus Ernestus Keßler
1712-1738
Godhilf Treuer
War vorher 1704-1712 2.Pastor in Dyckhausen. In seine
Amtszeit fällt der Kirchenneubau der jetzigen Kirche (1719) und des
Pfarrhauses (1726).
1733-1763
Johannes Reinhard Cramer
1745-1791
Anton Wilhelm Cramer
des Vorgenannten Sohn. Geboren 1720, war zunächst
2.Prediger in Knyphausen, 1749 Hofprediger, 1750 Konsistorialrat. Im
ganzen 46 Jahre Prediger in Accum!
(Anm: Accum hatte früher 2 Pfarrstellen, davon betreute der Prediger
der ersten Pfarrstelle die Herrschaft Knyphausen).
1792-1825
Alexander Reinhard Cramer
Der Sohn des Vorgängers, geboren 1766 in Accum
1805-1882
August Philipp Mücke
geboren 1783 in Schwalenberg im Lipper Land. Seit dem
10.Februar 1805 2.Prediger, starb im Alter von 98 Jahren, 8 Monaten und 14
Tagen als Geheimer Oberkirchenrat. Im ganzen 77 Jahre Prediger in der
Gemeinde! Sein Grab befindet sich auf der
Westseite des Friedhofes und trägt neben der Namensangabe das Wort aus
dem 1.Tim.1,13"Mir ist Barmherzigkeit widerfahren."
1858-1861
Cornelius August Wilkens
Doktor der Theologie und Philosophie, Hilfsprediger in
Accum. Er ging von Accum aus nach Wien und bewahrte der Gemeinde stets
eine dankbare Erinnerung und vermachte ihr nach seinem Tode verschiedene
Gegenstände.
1865-1904
Ento Harmannus Mecima Wübbena
Schwiegersohn von Pastor Mücke, geboren 1836. Er war seit
1863 Hilfprediger und nach seiner Ordination 1865 2.Prediger. Ab 1882
1.Prediger der Gemeinde. Bemerkenswert ist seine sehenswerte Handschrift
in den Kirchenbüchern! Er schenkte der Gemeinde die Kirchturmuhr, die
auch den Namen des Spenders trägt.
1904-1907
Gottlob Wilhelm Zimmerli
geboren 1876, ordiniert 1903 in der Schweiz. Zuerst Pastor
der Norddeutschen Wollkämmerei in Delmenhorst, Vakanzprediger in Accum
und dann Pastor seit 1904. Er schrieb verschiedene Bücher und Gedichte
und starb 1918 in Südamerika.
1907-1915
Albert Ferdinand Wessels
geboren 1879 in Bremen, zuvor Hilfsprediger in Elberfeld,
ab dem 15.4.1915 Pastor in Huchting bei Bremen.
1915-1920
Johannes Waas
geboren in Schlesien. Er ging in Thüringer Land, hielt
aber Verbindung nach Accum.
1921-1923
Jan Hündling
Bat um seine Entlassung aus dem Kirchendienst, um sich der
Landwirtschaft zu widmen. Nach dem frühen Tod seiner Frau kehrte er in
den kirchlichen Dienst zurück und wurde Pastor in Bedekaspel. Dort starb
er am 27.8.1942. Seine letzte Ruhestätte fand er auf der Ostseite des
Accumer Friedhofes.
1923-1929
Dr. phil.Walter Schlegtendahl
War vorher Pastor in Dyckhausen und Bad Salzuflen. Nach
einer starken Grippeerkrankung ging er in den Ruhestand und zog nach
Herford.
1929-1935
vakant
vakant
1936-1943
Martin Georg Bretzler
Pastor Bretzler kam aus dem Rheinland. Er fiel 1943 als
Oberleutnant einer Feldeinheit der Lauftwaffe in Rußland.
1943-1946
vacant
vakant
1946-1947
Ernst Lorenz
Er kam als Vertriebener aus Zedlitz, Mittelschlesien. Im
April 1947 ging er als Pastor nach Bakum, Südoldenburg.
1947-1951
Heinrich Wibbeler
Vorher Pastor in Großkneten. Verließ die Gemeinde, um
nach Bremerhaven zu gehen.
1951-1974
Jobst von Bock und Polach
Er kam 1951 als Pfarrdiakon aus Detmold und war bis zur
Vollendung seines 70. Lebensjahres, 1974, Pastor in Accum. Noch viele
Jahre versah er vertretungsweise Kirchendienst im Oldenburger Land,
gelegentlich auch in Accum. Mit regem Interesse verfolgte er das Leben
seiner ehemaligen Gemeinde. Er verstarb 1989 im Alter von 85 Jahren und
fand seine letzte Ruhestätte auf dem Accumer Friedhof.
1974-1978
Dietrich Große Veldmann
1974 wurde er der Gemeinde vorgestellt und leistete in
Accum die noch erforderlichen Ausbildungsjahre ab, bis er 1977 ordiniert
und als Pastor eingeführt wurde. Während der Ausbildungszeit war Pastor
Wöbken aus Sillenstede Vakanzvertretung. Mitte 1978 ging er als Pastor
zur ev.-ref. Kirchengemeinde Hinte bei Emden.
1978-1980
Christoph Fechner
Kam 1978 von der Hochschule nach Accum und wurde 1979 zum
Pastor ernannt. Pastor Wöbke hatte auch zu dieser Zeit die
Vakanzvertretung. 1980 folgte Fechner dem Ruf einer ev.-ref. Gemeinde in
das Emsland.
1980-1981
vacant-Vakanzvertreter: Pastor Wöbken
Die Pfarrstelle ließ sich trotz aller Bemühungen nicht
besetzen. Der Gemeindekirchenrat versuchte so weit es ging, Pastor Wöbken
zu unterstützen.
1981-1987
Enno Ehlers
Er kam 1981 nach Accum. Zum ersten Mal in der Geschichte
der ev.-ref. Kirchengemeinde Accum wurde ein lutherischer Pfarrer mit der
seelsorgerischen Betreuung betraut. Pastor Ehlers war ein gebürtiger
Jeverländer aus Fedderwarden. Er blieb 7 Jahre. Doch dann nahm er die
Gelegenheit wahr, in Fedderwarden, seinem Heimatort, die lutherische
Kirchengemeinde zu übernehmen.
seit 1987
Manfred Schock
aus der ev.-ref. Kirchengemeinde Norhorn an der
holländischen Grenze.
Er zog mit seiner jungen Familie in das Pfarrhaus ein und verstand es
schnell, regen Kontakt zur Gemeinde, zu den jungen Familien und
Jugendlichen zu finden.
ab 1667. Lücken gibt es leider ab 1701, bei den
Taufen bis 1703, Trauungen bis 1704 und Tote bis 1712.
Siehe bitte unter Archive. Die
Kirchenbücher von Accum fand ich auch auf einer Auflistung
der KBs, die beim ev.-luth. Oberkirchenrat Oldenburg als Microfiche
vorliegen. Eventuell ist das Kirchspiel, obwohl reformiert, dort
aufgenommen, weil auch vermehrt lutherische Gemeindemitglieder die Kirche
aufsuchten. Für unehelich geborene Kinder gibt es Extra-Register in der
Zeit von 1652-1774 und von 1778-1801. Die Kirchenbücher aus der Zeit von
1800-1824 können nur in der Kirchengemeinde selbst eingesehen werden.
Wenn Sie eine Homepage mit
Forschungsergebnissen aus diesem Kirchspiel haben, so lassen Sie sich doch
hier bitte eintragen, um schnelle Kontakte möglich zu machen. Wichtig ist
die Angabe der Familiennamen, die in diesem Ort erforscht werden, bzw.
wurden und der REAL-Name des Forschers. Bei Interesse senden Sie einfach
eine Email mit dem Ort in der Betreffzeile an:
Verwendete Quellen: siehe
bitte unter Impressum.
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dem von Pastor Manfred Schock freundlicher Weise zur Verfügung gestellten
Material.
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