Bedekaspel wurde im 13.
Jahrhundert noch "Lopessumwalde", in den Münsterschen
Pfarrregistern des 15. Jahrhunderts aber bereits "Betekerke"
genannt, was dem heutigen Bedekaspel entspricht.
Be-de-Kaspel = Bei-dem-Kirchspiel.
Da das Gebiet um Bedekaspel
sehr niedrig lag, wurden in Regenperioden die Wege immer wieder
überschwemmt und unpassierbar. Die Bewohner Bedekaspels sahen sich aller
Verbindungsmöglichkeiten beraubt, wenn es bei Überschwemmungen fror und
das Eis noch nicht trug. Sie konnten weder zur Kirche zu gehen noch die
Kinder in die Schule zu schicken. Sie konnten nicht zur Mühle, zum Bäcker
oder zum Krämer gelangen, um Mehl, Brot und andere Lebensmittel zu
kaufen. Auch war es kaum möglich, bei Bedarf ärztliche Hilfe
herbeizuholen oder Tote zu bestatten.
Um 1850 erhöhten die
Bedekaspeler deswegen ihre Wege, insbesondere ihren von Wiegboldsbur nach
Bedekaspel und Forlitz führenden Hauptweg. Trotzdem war von einem
abseits gelegenen Bedekaspeler Bauernhof aus, "Mudderpott"
genannt, um 1860 zeitweise monatelang kein Verkehr zu Wagen oder zu Pferd
bis ins Dorf und die dahinter liegenden Ortschaften Forlitz-Blaukirchen
und Moorhusen möglich. Fuhrwerke kamen nicht weiter als zum Bauernhof im
"Mudderpott". Von hier aus in die Wolden hinein ging es nur mit
Hilfe langer Wasserstiefel weiter, die der dort lebende Bauer besorgte,
oder mit einem Boot, das er extra zu dem Zweck angeschafft hatte.
Bedekaspel wurde
damals durch das Große Meer in zwei etwa gleich große Hälften geteilt.
Im Dorf befanden sich auf einer kleinen Erhöhung und von einigen Häusern
umgeben die Kirche mit Schule, Pastorei und Schullehrerwohnung. Die
jenseits des Großen Meeres wohnhaften Bedekaspeler lebten in der
sogenannten Bedekaspeler Marsch.
1719
waren eingepfarrt: Babel, Biesterfeld, Groß Medels, Sunkemarum
Die
ursprüngliche Kreuzkirche aus dem 13. Jahrhundert, von der heute nur noch
der Turm erhalten ist, wurde
bei der Sturmflut zu Weihnachten 1717 schwer beschädigt
und wurde
1726 abgetragen
und neu
aufgebaut. Immer wieder richteten Überflutungen Schäden an, so
dass die Gemeinde für die Wiederherstellung hohe Kosten tragen musste.
1768 wurde die Kirche teilweise abgebrochen und flacher aufgebaut.
Das Innere der Kirche
ist in zartem Blau gehalten, das auf die Besucher recht beruhigend
wirkt.
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