Letzter Ort vor der heutigen holländischen Grenze. Durch
die Durchbrüche des Dollarts wurde Bunde zu einem Hafenort (das Wappen
zeigt es noch heute), aber wo der Hafen gelegen hat, kann man heute nicht
mehr sagen. Durch die Eindeichungen wurde Bunde vom Hafen zu einem Ort im
Landesinneren.
In der Steinstraße 64 in Bunderhee steht ein kleines Steinhaus, ganz unscheinbar
hinter den Bäumen. Es ist der Rest einer Häuptlingsburg aus dem 14.
Jahrhundert. Um dieses Haus ranken sich einige Gespenstergeschichten. Heute befindet sich darin die Orgelakademie.
Heye Tammen war der erste Lehrer der Gemeinde Bunde gewesen. Für eine
Summe von 20 Gulden und dem Nutzungsrecht an einem Stück Land
unterrichtete er die Bunder Kinder in Lesen und Schreiben. Im Staatsarchiv
Aurich läßt sich die Geschichte der Schule und seiner Lehrer fast
lückenlos nachverfolgen.
Das Gebiet der Kirchengemeinde erstreckt sich im
Grenzflecken Bunde vom Gemeindeteil Bunderhee im Norden über Bunde,
Bunderneuland und Charlottenpolder bis nach Boen im Süden. Zur Parochie
gehören derzeit etwa 3.200 Gemeindeglieder.
1719
eingepfarrt waren : Alt Bunderneuland, Charlottenpolder, ChristiansEberhardPolder, später
kamen hinzu: Bunder-Neuland, Bunderhee, Bunderhammrich
Im
Zentrum von Bunde steht die Evangelisch-reformierte Kirche (ehemals
"St. Martin"). Der Bau der Backsteinkirche auf dem höchsten
Punkt des Bunder Geestrückens wurde bereits um das Jahr 1200
begonnen. Zunächst als Langschiff gebaut wurde sie um 1260 - 1280
zur Kreuzkirche erweitert. Der
ursprüngliche Turm wurde schon 1246 durch einen Orkan zerstört.
Nordseite
Vor einigen Jahren wurden bei Grabungen in 50 cm Tiefe
die Reste zweier Türme entdeckt. Man vermutet, dass sie ursprünglich in
den Ecken zwischen Chor- und Seitenflügel gestanden haben. Diese wurden
wohl, als 1501, laut Chronik des ostfriesischen
Häuptlings Eggerik Beninga, die Groninger über den Dollart nach Bunde
kamen, und die Kirche samt Dorf niedergebrannt wurde.
Der Dachgiebel der
Ostwand und der Südgiebel des Querschiffes wurden 1696 bzw. 1705
renouviert. Nur der nördliche Dachgiebel des Querschiffes mit seinem
prachtvollen Rautenmotiv aus Backstein blieb bis heute in seiner
ursprünglichen Form erhalten.
Der Turm wurde 1840
erbaut.
Ostseite
Auch
sonst erlebte die
Kirche bis heute viele Veränderungen. Rundbögen wurden
zugemauert und neue Fenster hineingebrochen.
Der ursprüngliche
Altarraum dient heute als Abendmahlsraum. Vom Chor wird er durch einen
Lettner getrennt.
1705 wurde das einstige Steingewölbe durch ein
hölzernes Tonnengewölbe ersetzt.
Seit 1720 befinden sich
die Kirchenbänke und die Kanzel, beides aus Eichenholz geschnitzt, in dieser Kirche.
Während Renovierungsarbeiten 1958 entdeckte man im
Chor Blendfenster, Arkarden, Rundbögen und Okulis. Doch damit war noch
nicht das Ende der Überraschungen erreicht.
1980 fand man im Abendmahlsraum, als wegen
Salpeterschäden große Putzflächen von den Wänden geschlagen werden
mussten, zwei Sakramentshäuschen.
Es gibt noch zwei weitere Kirchen in Bunde, die aber für den Forscher
keine Rolle spielen:
Die lutherische Emmaus-Kirche:
Kirchenbücher: Taufen ab 1928, Trauungen ab 1923, Tote ab 1953. Die
Kirche wurde erst 1967 erbaut. Vorherige Eintragungen lutherischer
Einwohner erfolgten in Weener.
Die
alt-reformierte Kirche wurde erst 1965 erbaut.
Der
Kirchenrat Bunde hat am 2. Mai 1996 beschlossen, „auf die Einsichtnahme
in die Originale unserer alten Kirchenbücher bei genealogischen
Nachforschungen künftig grundsätzlich zu verzichten, um diese alten
Dokumente zu schonen. Bei Anfragen betreffs Ahnenforschung soll auf die
Archive verwiesen werden, in denen sich Duplikate, Abschriften oder EDV-gestützte
Nachforschungsdatenbanken unserer Kirchenbücher befinden.“
Somit von großem Interesse dürfte die folgende Adresse sein:
Evangelisch-reformierte
Kirchenbuchstelle, P.i.R. J. Ringena
Grafenstraße 11, D-49828 Neuenhaus
Telefon +49 5941 5461.
In
den Niederlanden befinden sich ebenfalls Kopien der Kirchenbücher Bunde auf
Microfiche. Dort sind Auskünfte möglich beim:
Centraal
Bureau voor Genealogie
Postbus 11755, NL-2502 AT Den Haag
e-Mail: info@cbg.nl
Telefon für genealogische und heraldische Auskünfte +31 70 3150570
Matrikel 1844 - 1924 der jüdischen Gemeinde Bunde:
Matrikel
1257051
Items 10-11
In den " QuF"
(=Quellen und Forschungen) der
Upstaalsboom-Gesellschaft Aurich, Heft 3/1996 Seite 74 ff finden Sie die
"Kopfschatzung der Personen und Ländereien zu Bunde 1719" von
Erhard Schulte
Wenn Sie eine Homepage mit Forschungsergebnissen aus dem
Kirchspiel Bunde haben, so lassen Sie sich doch hier bitte
eintragen, um schnelle Kontakte möglich zu machen. Wichtig ist die
Angabe der Familiennamen, die in dieser Gegend erforscht werden, bzw.
wurden und der REAL-Name des Forschers. Bei Interesse senden Sie einfach
eine Email mit dem Ort in der Betreffzeile an:
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