Die Kirche des Emsdorfes Ditzum (nahe der Dollartmündung)
stammt aus der Zeit von 1180 bis 1220. Auf einer Warft in der Südhälfte
des Dorfes errichtet, war sie Zufluchtsort in stürmischen Zeiten. In der Mitte des 16.Jahrhunderts wurde die Kirche
umgebaut. Die früheren Türen in der Nord- und Südwand sind dabei
zugemauert worden. Der Fußboden wurde um 34 cm höhergelegt, die Apsis
abgebrochen. 1786-88 fand ein weiterer Umbau statt. Der Fußboden wurde
dabei um weitere 46 cm erhöht. Der Zwischenraum zwischen altem und
neuen Fußboden stellte eine Fundgrube für Archäologen dar. Man fand das
Ziegelstein-Fundament eines Taufbeckens, Mauerreste, die wahrscheinlich zu
einer Apsis gehörten und ein Pfeilerfundament. Eine Apsis, die am
Ostgiebel stand, wurde nach der Reformation abgebrochen. Der
leuchturmähnliche Kirchturm wurde im Frühjahr
1846 durch den Ditzumer Marten Bruns Schmidt erbaut. Er steht separat an
der Westseite und ist einem Leuchtturm nachempfunden.
Im April 1945 wurde die Kirche durch Artillerie stark
beschädigt. Sie wurde wieder aufgebaut und am 11.9.1949 wieder in Betrieb
genommen. Anfang der neunziger Jahre des gerade vergangenen Jahrhunderts
wurden die Außenmauern von Grund auf renouviert.
Die Innenansicht:
Auf den ersten Blick äußerst schlicht, befinden sich im
Innenraum der Kirche viele sehenswerte Einzelheiten. Das Tonnengewölbe
sorgt für hervorragende Akustik innerhalb der Kirche. Die Kanzel
wurde 1684 durch Frederich Albertz (Kistemaker) erbaut. Gestiftet hatte
die Kanzel Familie Homfeld. Erst kürzlich wurde sie grundlegend renoviert.
Seit man den bräunlichen Anstrich entfernt hat, ist die Kanzel ein wahres
Prunkstück geworden.
Die beiden Kronleuchter
wurden 1803 und 1810 von Ditzumer Familien gestiftet.
Die Orgel ist neueren Datums. Sie wurde vom Prof.
Karl Schule aus Berlin erbaut und ist seit dem 2.10.1965 im Betrieb. Die
Vorgängerin wurde leider 1945 durch Kriegseinwirkung zerstört.
Vorne
in der Kirche steht ein Abendmahlstisch aus Eichenholz. Er wurde
bei Hinderk Fooken, Kistemaker in Jemgum gefertigt und am 9.4.1660 in der
Kirche aufgestellt. Gestiftet hat ihn Pastor Albert Holthuis. An diesem Tisch wird noch heute das Abendmahl
gefeiert. An der Nord- und Westwand erinnern Grabplatten an Ditzumer
Prediger. Die Grabplatte des ersten evangelischen Ditzumer Pastors,
Gerlich Wirtken, der seit dem 20.4.1554 in Ditzum wirkte, befindet sich an
der Westseite links neben der Glastür. 1641 wurde Albert Holthuis erster
reformierter Prediger in Ditzum. Ein weiterer Pastor, an den auf diese
Weise erinnert wird, ist Nicolas Stuivinga, gestorben am 1.1.1790.
Die in der Kirche angeordneten roten und gelben
Sandsteinplatten mit Reliefdarstellungen der Verstorbenen sind vermutlich
teilweise noch älter als die Kirche selbst; bekannt ist "die betende Frau" rechts
unterhalb der Kanzel. Auf dem Sargdeckel sind schemenhaft die Umrisse
einer Frau zu erkennen,die ihre Hände zum Gebet gefaltet hat. Das Gesicht
ist so verwittert, dass es nicht mehr zu erkennen ist.
Ein Video des Kirchenturm von Dennis Wubs bei YouTube:
Kirchenbücher
erhalten ab 1725. Auf Microfiches sind
sie einzusehen in der Fachstelle der Landschaftsbibliothek in Aurich,
Fischteichweg.
Im nächstgelegenen Mormonenarchiv können Sie sich
zur Einsicht kommen lassen:
Zivilstandsregister,
1811-1814
Index
1812
Geburten 1811-1812
Proklamationen 1811-1812
Heiraten 1811-1812
Belege 1811, 1813
Tote 1811-1812
FHL
INTL Film
1257594 Items 5-19
Geburten
1811-1813
FHL
INTL Film
1257722 Items 13-15
Geburten
1814
Heiraten 1814, 1811-1812
Proklamationen 1813
Heiraten 1814
Tote
1811-1814
VAULT
INTL Film
1256893 Items 1-13
Kirchenbuchduplikat,
1810-1874
Taufen
1863-1874
Heiraten 1863-1874
Tote 1810, 1863-1874
Film
1187678 Items 4-7
In den QuF ( = Quellen und Forschungen) der
Upstaalsboom-Gesellschaft, Aurich finden Sie im Heft 1/1996 ab Seite 24
eine Lagekarte und das Personalschatzungsregister 1719.
Wenn Sie eine Homepage mit Forschungsergebnissen aus dem Kirchspiel
Ditzum haben, so lassen Sie sich doch hier bitte eintragen, um schnelle
Kontakte möglich zu machen. Wichtig ist die Angabe der Familiennamen, die in
dieser Gegend erforscht werden, bzw. wurden und der REAL-Name des Forschers.
Bei Interesse senden Sie einfach eine Email mit dem Ort in der Betreffzeile
an:
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