Um 1400 besaß Dornum drei Burgen, die vom
Häuptlingsgeschlecht Attena erbaut wurden:
Die Norderburg wurde 1397 und 1514 zerstört, beide
Male wieder aufgebaut und 1698 zum heutigen barocken Wasserschloss ausgebaut. Die
Osterburg, auch Beningaburg genannt, wurde um 1380 errichtet, in der
Sächsischen Fehde zerstört und wieder aufgebaut. Die Westerburg war Sitz
des zweiten Häuptlingssohnes Hero Attena, wurde 1514 völlig zerstört
und nicht wieder aufgebaut.
Mühlen-Rarität:
In Dornum steht eine Bockwind- oder Ständermühle von 1626, einzige in
Ostfriesland. 1655 fand in Dornum der letzte ostfriesische
Hexenprozeß statt.
Weitere für Forschungen relevante Gebäude:
Gedenkstätte Synagoge Dornum mit
Ausstellung
"Bilder und Exponate aus dem jüdischen Leben aus mehreren
Jahrhunderten".
Freitag, Samstag, Sonntag 15 bis 18 Uhr.
Gruppen nach Vereinbarung,
Tel. 04933 - 342.
Die
St.-Barthlomäuskirche entstand 1270/ 90 auf einer steil abfallenden,
8
m hohen Wurt. Somit
bot die Kirche den
Einwohnern bei Sturmfluten Schutz. Im Grabkeller unter der Kirche befindet sich das Erbbegräbnis der
Dornumer Häuptlinge.
Drei ursprünglich vorhandene Domikalgewölbe wurden 1750 abgerissen
und die Kirche um etwa 3.5 m im Westen verkürzt. Erhalten blieb der Renaissance-Grabstein für
Gerhard von Kloster, gestorben 1594.
Das Glockenhaus weist einen fast
quadratischen Umriss auf.
Haro Joachim von
Closter, Norderburg-Schloßherr,
stiftete 1683 die prächtige Barockkanzel und gab 1711 auch die Orgel in
Auftrag.
An einer der Bänke im Kirchenschiff sieht
man eine kleine Messingplatte mit der Inschrift
"Anno 1641, den 2.Dez. ist gebooren
weyl. de hoogh wel geboore Vrouwe Anna van der Does tot Noortwick
Douarier van weyl. den hoogh wel geboore Heer Philip Zoete de Laeke
van Villers, Heere van Villers, Vry Heer van Zeuender etc. gestorven den
4.Aug.anno1700."
Die Platte befand sich ursprünglich auf
einem Sarg, den man im Grabgewölbe unter der Dornumer Kirche fand und der
einer Heizungsanlage weichen musste. Den Namen der Anna v.d. Does findet
man zusammen mit ihrem Wappen auf einem Grabstein im westlichen Vorbau der
Kirche und auf der ersten Empore im Westen. Wer aber war diese Anna?
Fast 200 Jahre lang stellten männliche
Vertreter des Geschlechtes der Beninga die Burgherren auf der Osterburg in
Dornum. Der letzte männliche Vertreter dieser bekannten Dornumer Familie,
Folkmar Eger Beninga, heiratete 1666 Beatrix Wilhelmine,
eine Tochter unserer Anna und des Philipp Zoete de Lake von Villers und
Zeventer (1636 - 1689), Staatsrat in Haag. Die Familie Zoete de Lake ist
ein altes flandrisches Rittergeschlecht das sich bis ins 12. Jahrhundert
zurück verfolgen lässt. Eine Linie soll von den südlichen in die
nördlichen Niederlande gezogen sein: Philipp I. Zoete de Lake zu
Nordwyk (+ 1634), verheiratet mit Beatrix Aickelbarg (+1631). Der
Sohn dieser Ehe, Alexander (+ 1678), war verheiratet mit Ariana
von Aerssen (+ 1699). Aus dieser Verbindung nun stammt Philipp II.
Zoete de Lake (1636 - 1689), der Ehegatte unserer Anna v. d. Does.
Die Eltern unserer Anna waren der
Generalleutnant Wiegbold v. der Does (+ 1669) und Anna von
Kerckhove, Tochter des Johann v. Kerkhove (+1646) zu Steenfliet
und der Anna v. Wehrik (+ 1691).
Annas Urgroßvater war Johann v.d.Does
(1545 - 1609), verheiratet mit Elsbeth von Zwylen (1545 - 1624).
JOhann hatte den Posten eines Gouverneurs von Leiden inne und machte sich
als siegreicher Verteidiger der Stadt im Niederländischen Freiheitskrieg
einen Namen. Von seinen beiden Kindern heiratete Anna den Caspar von
Ewsum, Stephan (1576 - 1622) die Anna v. Ewsum zu Nienort. Die
Eltern dieser zwei waren Wiegbolt II v Ewsum (+ 1584) und Gertrut a
Willich de Palland (+ 1570). Aus der Ehe Stephans ging nun der Vater
unserer Anna, Wiegbold v.d.Does hervor.
Die Ehe unserer Anna selbst war gesegnet
durch mehrere Kinder:
die schon erwähnte Beatrix
Wilhelmine,
Alexander (* 8.10.1667),
Frantzohsa, oo Carl Ferdinand,
Baron zu Inn- und Knyphausen (1669 - 1717)
Anna, oo Haro JOachim v. Closter,
letzter Erbherr auf der Dornumer Norderburg.
(Quelle: Ostfreesland-Kalender 1979)
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