Eilsum, ein friesisches Warfendorf, zählt
zu den ältesten Siedlungen an der friesischen Nordwestküste. Urkundlich
wird die Gemeinde als Dorf im 14. Jahrhundert unter der Bezeichnung "Edelsum",
"Ethilsum" und "Edelsheim" erwähnt. Diese Namen waren
schon ausgangs des 15. Jahrhunderts im Pfarregister zu Münster
nachzulesen.
Einer der ersten Häuptlinge dieses Dorfes
war nach O. G. Houtrouw "Sibrandus in Ethilsum", der in einer
Urkunde vom 7. Juli 1370 erwähnt wird. Von der von ihm und seinen
Nachfolgern bewohnten Burg ist nur noch die Burgstätte vorhanden. Die
dazugehörigen Ländereien sind längst in den Besitz der am Ort ansässigen
Bauern übergegangen.
Zum Ort gehören: Angernwehr,
Bolkewehr, Uiterstewehr, Sommerpolder
Auf der höchsten Stelle der Warf des Dorfes gelegen
steht das weithin sichtbare Gotteshaus der Gemeinde. Etwa zwischen 1240
und 1250 erbaut hat sie den einzigen
Chorturm Ostfrieslands. Das Gotteshaus ist mit
großformatigen Ziegelsteinen erbaut, der Gürtel besteht aus Sandstein. Die Apsis wird durch eine Wand vom Schiff getrennt.
Der gewaltige Turm steht schief vor dem Ostgiebel
der Kirche.
Das Gewölbe wird von einer wunderschönen Malerei aus dem 13.Jahrhundert
verziert, die 1964 entdeckt und 1969/ 70 freigelegt wurde. Kalkabfall
von den Wänden und der Decke machten dieses einmalige Kunstwerk sichtbar,
das heute von Kunsthistorikern aller Herren Ländern aufgesucht und
bestaunt wird. Leider ist sie nur noch zum Teil erhalten.
Es handelt sich hierbei um so genannte Secco-Malerei,
bei der die Malerei auf getrocknetem Putz angebracht
wird. Die große
Feuchtigkeit der Kirchenmauern droht den verbliebenen Rest der Malerei zu
zerstören. Bisher haben Restauratoren leider keinen Weg gefunden die
Malereien vor der vollkommenen Zerstörung zu schützen.
Foto: Karl-Heinz
Meurer, Wikipedia
Eine kulturhistorische Seltenheit ist das 500 Jahre
alte, kupferne Taufbecken. Der um 1860 zu Eilsum amtierende Pastor B. Krüger
schrieb von dem Schmuckstück seiner Dorfkirche, dass es der größten
Kathedrale zur Zierde gereichen könne. Der Kessel des Taufbeckens wird
von den vier Evangelisten getragen und wurde 1472 von Barthold Klinghe dem
Älteren gegossen. Daneben ist die sechseckige Kanzel.
Bis zum Jahre 1914 hingen drei Glocken im Turm. Eine
davon wurde bereits im Ersten Weltkrieg, die zweite im Zweiten Weltkrieg
zur "besonderen Verwertung" beschlagnahmt. Die dritte noch
vorhandene Glocke hat folgende Inschrift:
"1775 is deze Klocke gegoten as Jan H. Stroman
en Jan Meinders Kerkvogden tot Eilsum en Johann Stiermann Predicant in de
Gemeente wasen. Ick roep het Volk tot Christi leer, de doden bewys ick har
laatste eer, ook als er zaken zyn vant gemeen, roep ick door myne stem het
volk byeen. Gebruikt my niet tot ydelheit, op dat de ziel keen schade deit.
Claudius Fremy, Mammeus Fremy, Heidefeldt me fecerunt."
Das markante Tor mit der als Mahnung an die
Dorfgemeinschaft angebrachten Inschrift: "Ken U Zelven" (Erkenne
dich selbst) gab einstmals dem Kirchplatz einen würdigen Abschluss.
Ein Video von "Poldersiel",
veröffentlicht auf YouTube:
Kirchenbücher sind erhalten ab 1718.
Bei der UG sind die Kirchenbücher auf 44 Microfiches einsehbar.
Bei den Mormonen
kann man sich folgende Verfilmungen zur Ansicht bestellen:
Zivilstandsregister,
1812-1813, Film
1258181 Item 10
Kirchenbuch, 1717-1875:
Taufen,
Heiraten, Tote 1718-1796 (l. & r. S.)
Film
1418058
Taufen,
Heiraten, Tote 1796-1846 (l. & r. S.)
Film
1418059
Taufen, Heiraten,
Tote 1846-1852 (l. & r. S.)
Konfirmationen
1717-1875 (l. & r. S.)
Taufen 1853-1875
(l. & r. S.)
Film
1418060
Heiraten
1853-1875 (l. & r. S.)
Tote 1853-1875
(l. & r. S.)
Film
1418061
Kirchenbuchduplikat,
1828-1874
Tauf,
Heirats, Sterbe Register 1828-1854
Film
1187682 Items 11-13
Tauf
Register 1855-1857
Film
1187682 Items 14-16
Tauf,
Heirats, Sterbe Register 1858
Film
1187683 Item 1
Tauf
Register 1859-1874
Film
1187683 Items 2-17
Heirats
Register 1855-1874
Film
1187683 Item 18
Sterbe
Register 1855-1874
Film
1187683 Item 19
In den QuF ("Quellen und Forschungen", vierteljährlich
erscheinende Zeitschrift der Upstalsboom-Gesellschaft),
"Familien-Namen-Register 1828" von Hopko Sanders, Heft 2/1997,
Seite 59.
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