Auf einer langgestreckten Wurt im 8.
Jahrhundert angelegte Handelsniederlassung. Grimersum war im Mittelalter
Sitz der Häuptlingsfamilie Beninga. Grabungen
in Grimersum.
Nach mehreren großen Sturmfluten im 14. Jahrhundert
hatte die Leybucht eine große Ausdehnung und Grimersum hatte wie viele
andere Orte in der Krummhörn einen eigenen Hafen. Die älteste Deichlinie
verlief in relativ geringer Entfernung zum nördlichen Dorfrand. Man
bemühte sich, dem Meer das verlorene Land wieder abzutrotzen. Um 1500
konnte man etwa einen Kilometer nördlich des alten Deiches einen neuen
Deich anzulegen. Heute findet man hier die Siedlung Grimersumer
Altendeich. Doch bereits 1570 stand durch die Allerheiligenflut alles
wieder unter Wasser und die Menschen flüchteten sich in die höher
gelegene Kirche. Mitte des 18. Jahrhunderts berichtete Houtrouw in seiner
bekannten Beschreibung Ostfrieslands, es bedürfe nur einer kurzen
Wanderung, um von Grimersum an den Deich der Leybucht zu gelangen. Doch
heute ist das Land, das vor Jahrhunderten an die Leybucht verloren ging,
wieder vollkommen zurückgewonnen.
Die alte Backsteinkirche aus dem 13. Jahrhundert ist
ein romano-gotischer rechteckiger Saalbau mit separat stehendem
Glockenturm, welcher späteren Datums ist ( 17. Jahrhundert).
Die der Straße zugewandte Ostseite der Kirche ist
besonders kunstvoll gestaltet. Früher hatte die Kirche zwei Eingänge.
Durch die Tür im Norden betraten die Frauen, durch den Südeingang die
Männer die Kirche. Später wurde der Eingang im Süden zugemauert und die
Tür im Norden zum Haupteingang.
Wie in streng reformierten Kirchengebäuden üblich
hat auch die Grimersumer Kirche keinen Altar. Die Kirchenbänke stehen im
Halbkreis um die Kanzel herum.
Die Kanzel wurde 1663 von dem Prediger Lucas Ritzius
gestiftet. Der Taufstein stammt noch aus dem 13. Jahrhundert und ist aus
Bentheimer Sandstein gefertigt.
Im Kircheninneren befinden sich viele
Grabsteine und Grabplatten, insbesondere von den Burgherren der Benningas.
Darunter befindet sich der Renaissance-Grabstein in Lebensgröße von dem
Häuptling und Chronisten Eggerik Beninga umrahmt von sechs Wappen
der Familie.
1666 wütete die Pest in
Ostfriesland und raffte einen Großteil der Bevölkerung dahin. Auch der
oben erwähnte Prediger Lucas Ritzius und seine Frau Metje verstarben am
8.8.1666 an der Pest. Schon sein gleichnamiger Großvater war am
18.9.1598 gemeinsam mit seiner Ehefrau in Grimersum an der Pest
verstorben. Der Grabstein des Jüngeren befindet sich noch heute in der
Kirche. Der Großvater lies sich auf dem Kirchhof bestatten, weil
"die Papisten möchten noch einst die Oberhand wieder bekommen und
dann seine Gebeine beunruhigen". Mit anderen Worten: so kurz nach der
Reformation hatte der Prediger Angst, die Katholiken könnten die Kirche
wieder zurückgewinnen, mit denen er möglichst wenig zu tun haben wollte.
Zwei Videos vom Glockengeläut hat Dennis
Wubs aufgenommen und bei YouTube veröffentlicht:
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