Groothusen zählt zu den ältesten Dörfern im Emsigerland. Schon
1224 wird Groothusen in Chroniken erwähnt, allerdings aus dem wenig
rühmlichen Grund, dass die Bewohner im ständigen Streit mit dem
Nachbardorf Uttum lagen. Drei Burgen haben hier einst gestanden: die Oster-, die Wester- und die Mittelburg. Unter den Bewohnern
gab es vermutlich verwandtschaftliche Beziehungen. Die Osterburg aus dem
15.Jahrhundert ist als einzige Burg bis heute erhalten geblieben und kann
nach Vereinbarung eines Termins besichtigt werden.
Der Turm, der älteste Teil der Kirche stammt aus dem
Beginn des 13.Jahrhundert.
Die Außenseite des Turms wurde aus Backstein, die Innenseite aus
Tuffstein errichtet. Die etwas abseits stehende Tuffsteinkirche aus dem
12.Jahrhundert wurde irgendwann im 15.Jahrhundert abgerissen. Die
anschließend neu gebaute Kirche wurde mit dem Turm verbunden
erbaut.
Ursprünglich hatte die Kirche drei Eingänge, deren
Benutzung früher nach Geschlechtern streng getrennt war. Die Südtür war
Männer- und Brauttür, die heute vermauerte Nordtür war die Frauentür
(die Frauen konnten nur gebückt in die Kirche gehen). Daneben gibt es das
Portal im Westen, das heute zu Hochzeiten und besonderen Anlässen geöffnet
wird.
Die Uhr aus dem Jahre 1599 stammt von Pfarrer Theodor
Sprangius, der
drei Jahre lang lutherische Gottesdienste hielt, bevor die Kirche wieder
reformiert wurde. Auch die Windfahne auf dem Turm (der Schwan ist ein
Zeichen der Lutheraner) erinnert an die lutherische Periode der
Kirche.
Weiß gestrichen und verputzt sind die Wände im
Innern der Kirche. Von der ursprünglichen Ausstattung der Kirche ist fast
nichts erhalten, da während der Reformation alle Bilder und Abbildungen
auf Gegenständen entfernt wurden. Die Wände waren in vorreformatorischer
Zeit wahrscheinlich mit omamentalen und figürlichen Malereien versehen,
die Fenster dürften farbig verglast gewesen sein.
Im Chor, der durch eine Wand vom Kirchenschiff getrennt ist, liegen
Grabsteine und Sarkophagdeckel von Bewohnern der Groothuser Burgen.
Auffällig darunter der Grabstein von Adda van Meckenborch, der einzigen
Herrin von Groothusen die 1590 starb.
Auf der anderen Seite der Wand (im
Kirchenschiff) stehen Herrenbänke mit den Wappen der Oster- und
Westernburg. Das
bronzene Taufbecken stammt aus dem Jahre 1454.
Erst vor einigen Jahren wurde auf dem Boden des
Pfarrhauses ein wertvoller, vergoldeter spätgotischer Priesterkelch
gefunden. Da dieser Kelch von Houtrop noch beschrieben wurde, muss er noch
lange nach der Reformation benutzt worden sein
"Land- und Viehschatzungsregister des
16.Jahrhunderts" in Heft 3/1999 in den QuF ("Quellen und
Forschungen", vierteljährlich erscheinende Zeitschrift der Upstalsboom-Gesellschaft
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