Erbaut wurde die Großwolder Kirche zwischen 1350 und 1400. Die dabei
benutzten Steine sind aber wesentlich älter. Denn vorher stand das Dorf
samt Kirche noch im "Hammrich". Welche Gründe die Dorfbewohner
zu diesem Schritt veranlasst haben, ob es schlechtes Trinkwasser, die
Überschwemmungen durch den veränderten Emslauf oder die Zunahme der
Bodenvernässung waren, ist nicht mehr zu
rekonstruieren. Aber die Dorfbewohner rissen ihre Häuser samt Kirche ab
und erbauten sie mit den vorhandenen Materialien wieder auf. Ein Beweis
dafür, dass Großwolde schon vorher eine Kirche hatte, ist unter anderem
der Taufstein der Kirche, der aus dem 12. oder 13. Jahrhundert
stammt.
Zunächst war die Kirche katholisch. Doch nach der Reformation wechselte
sie zum reformierten Glauben über. Bei Renouvierungsarbeiten Anfang der
siebziger Jahre fand man Nischen aus katholischer Zeit, in denen einst
Geräte für die heilige Messe aufbewahrt wurden. Auch das für frühere
Zeiten typische Fensterchen fand man, durch das die Kranken, die die Kirche
nicht betreten durften, die Handlungen am Meßtisch verfolgen konnten. Die
letzte Pestepedimie herrschte in dieser Gegend im siebzehnten Jahrhundert.
Auch ein Kreuz mit zwei Hirten- und Bischofstäben ist freigelegt
worden.
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