Die Gemeinde nimmt einen Großteil der Fläche der
Samtgemeinde Hesel ein, nicht zuletzt, da mehrere kleine Orte nach Hesel
eingemeindet wurden.
Um das Jahr 900 wird Hesel das erste Mal in den
Registern des Klosters Werden erwähnt. Das älteste Zeugnis menschlicher
Kultur, das je in Ostfriesland gefunden wurde, stammt aus Hesel- es ist
eine prähistorische Feuerstätte, die etwa 10.000 Jahre alt ist.
Die Außenmauern der
Heseler Kirche erzählen von einer bewegten Geschichte: sie bestehen
aus drei verschiedenen Sorten Ziegelsteinen.
Die heutige Kirche entstand im Jahre 1742 nach
Abbruch des bisherigen Gotteshauses. Ein Neubau war erforderlich
geworden, weil die alte Kirche baufällig war. Ein damaliges
Gutachten beschreibt:
"Die alte Heseler Kirche kann nicht füglich
wieder repariert werden, weil kein pars essentials (wesentlicher
Teil) derselben mehr gut ist, denn 1. taugen beyde Giebel nicht,
sondern wie der oster (Ostseite) von oben bis unten geborsten, so
ist die Wester (Westseite) abgewiechen und löckericht. 2. Sind die
beyden Wände dermaßen unter und oben verfallen, dass man
allenthalben fast durchsehen, den Latten abgewichen, Boden (Decke)
und Balcken vermodert, so daß nicht das geringste dem nebenbye
befindliche Holtz im Stande ist, dass es länger stehen oder zu
etwas anders kann emploiret (gebraucht) werden: und so verhält es
sich mit den übrigen Theilen."
Die neue Kirche wurde auf dem Fundament der alten
errichtet, allerdings ein wenig kürzer, breiter und höher, wobei die
Steine der alten Kirche verwendet wurden. So ist der untere Teil des
Kirchenschiffes (bis zur Unterkante der Fenster) ist aus großen
Ziegelsteinen gemauert, wie sie um 1300 üblich waren. Mit Backsteinen im
damals üblichen kleineren Format wurden dann die Wände von der
Unterkante der Fenster an aufwärts gemauert. Neben den neuen Steinen
musste eine große Menge Bauholz angeschafft werden, das in diesen Jahren
in Ostfriesland knapp und teuer war. Etliche Gemeindemitglieder waren
dafür auf Kollektenreise durch Ostfriesland und durch die benachbarten
Niederlande gegangen. Bis in den Anfang des 20. Jahrhunderts stand südwestlich neben der
Kirche auf dem Friedhof ein Glockenstuhl. Er wurde 1909 abgebrochen und
stattdessen der jetzige, über 40 m hohe Turm vor dem Westgiebel der
Kirche errichtet. Seine Spitze wird geziert durch einen Schwan.
Der Innenraum stellt sich dar als ein schlichter Raum
mit Tonnengewölbe, Orgelempore und rückwärtigem Posaunenboden. Aus dem
Vorgängerbau stammen die Kanzel und der Altar bzw. Teile derselben.
Die Kanzel wurde im Jahr 1654
angeschafft.
Der Altar ist im Jahr 1662 erworben worden
Foto: Dennis Wubs
Zum Inventar gehört eine Dose, gestiftet von Johann Onnen und Trinke
Tjabben, Eheleute 1741.
Eine Videoaufnahme des Glockenläutens von
Dennis Wubs:
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