Jennelt, früher auch Geenled oder Geinlete, wurde im
Jahr 900 n. Chr. zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Wie viele andere
Dörfer hatte Jennelt früher eine Burg.
Spätgotisch kommt sie daher - die
Kirche in der ehemaligen Herrlichkeit Jennelt. Die Kirche ist im letzten
Viertel des 13. Jahrhunderts erbaut worden. Die Gruft und der polygonale
Chorraum wurden auf Geheiß des Dodo zu Inn- und Knyphausen (1583-1636) um
1604 angebaut.
Foto:
Frisia Orientalis, wikipedia.org
Die Prunksärge der gräflichen Familie zu Inn- und
Knyphausen, einst Herren von Jennelt und vieler weiterer Besitzungen nicht
nur in Ostfriesland befinden sich noch heute in der Kirche. Graf Dodo zu
Inn- und Knyphausen (1583 - 1636) stand u. a. als Feldmarschall während
des 30jährigen Krieges in Diensten des schwedischen Königs Gustav Adolf
und verlor schließlich in der Schlacht bei Haselünne sein Leben. Der
Prunksarg, der seine sterblichen Überreste bewahrt, macht deutlich,
welche Stellung er in damaliger Zeit erreicht hatte.
Foto: Dennis Wubs
Die Kirche hat mit großer Wahrscheinlichkeit einen Vorgängerbau gehabt.
Spuren davon sind allerdings bislang nicht gefunden worden. Die Gläubigen
früherer Zeiten haben die Kirche von der Nord- und Südseite her
betreten. Der südliche Eingang befand sich unterhalb der Inschrift aus
dem Jahr 1870, der Nordeingang ist noch am Rest einer Türschwelle zu
erkennen.
Die Orgel aus dem Jahre 1738, erbaut von Johann
Friedrich Constabel, gilt als das einzige Instrument dieses Orgelbauers,
das erhalten werden konnte.
Kirchenbücher sind erhalten ab 1715 (Tote ab
1748). Unter anderem sind die Kirchenbücher auf Microfiches bei der
Upstalsboom-Gesellschaft in Aurich einzusehen.
Die
das Dorf Jennelt umfassende Herrlichkeit gehörte der Familie von Ewsum,
die sie vor 1599 an den Freiherrn Wilhelm zu Inn- und Knyphausen
verkaufte, dessen Nachkommen die Herrlichkeitsbefugnisse dort bis 1852 ausübten.
Die Akten aus dieser Zeit befinden sich
im Dep. 4.
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