Die spätere Herrschaft Jever entstand durch den
Zusammenschluss von Oestringen, Wangerland und Rüstringen. Der Ort selbst
war einst Handelsplatz mit Hafen, heute im Landesinneren gelegen.
Wechselvolle Geschichte. Die wohl bekannteste und beliebteste Persönlichkeit Jevers war Fräulein
Maria von Jever. Unter ihrer Herrschaft erhielt Jever das Stadtrecht.
Nach dem Tod Marias 1575 fällt Jever an Oldenburg. 1667 wurde die
Herrschaft Jever anhalt-zerbstisch, 1793 russisch, 1806 holländisch, 1810
französisch, 1813 wieder russisch, 1818 oldenburgisch.
Auf dem Kirchplatz mitten im Kern der
jeverschen Altstadt erhebt sich die evangelische Stadtkirche, ein moderner
Zentralbau.
Foto: Dennis Wubs
Von der Kirche etwas
abgesetzt steht ein neugotischer Glockenturm. Das merkwürdige Gebäudeensemble
lässt auf eine interessante Baugeschichte schließen.
Foto: Dennis Wubs
Und richtig:
Insgesamt vier Mal wurde die jeversche Stadtkirche ein Raub der Flammen,
1382, 1532, 1728 und 1959. Einige Quellen behaupten gar von mindestens neun
Bränden. Immer wurde eine neue, dem Stil der jeweiligen
Zeit angepasste Kirche gebaut, und so entstand der heutige Kirchenbau.
Wie
durch ein Wunder hat die letzten Kirchenbrände der Jahre 1728 und 1959 das
kunsthistorisch wertvolle Edo-Wiemken-Denkmal dank einer Brandschutzmauer unbeschadet überstanden.
Fräulein Maria ließ es 1561 zu Ehren ihres
1511 verstorbenen Vaters errichten. Edo Wiemken der Jüngere
war der letzte männliche Regent des Jeverlandes.
Das Renaissance-Denkmal ist von hohem künstlerischem
Wert. Unter einem zweigeschossigen hölzernen Baldachin, der von Säulen
und Karyatiden getragen wird, steht das Grabmal aus Marmor. Über
einem Unterbau, gestützt auf symbolische Frauenfiguren (z. B.
Weisheit und Liebe), ruht auf einem Sarkophag überlebensgroß der Häuptling.
Ein Alabasterfries zieht sich um den Anbau herum. Die Brandmauer
wurde beim Neubau der heutigen Stadtkirche durch eine Glaswand
ersetzt.
Wer gut hinschaut entdeckt etwas, was nicht in
jeder Kirchenbeschreibung steht: einer der den Sarkopharg
umstehenden Figuren weist mit einem Finger dezent zur Decke. Folgt
man diesem Fingerzeig, so erkennt man innerhalb der kunstvollen
Kassettendecke eine Schnitzerei, die das jüngste Gericht darstellt.
Ansicht der Kirche vor dem
Brand 1959:
Das älteste kirchliche Gebäude in Jever ist die St.-Annen-Kapelle auf dem
Friedhof an der Wittmunder Straße. Sie wurde im Jahre 1610 als
Vorstadtkirche erbaut und dient heute als Friedhofskapelle. In ihr befindet
sich ein mittelalterlicher St.-Georgs-Altar, der vermutlich aus einer
Kapelle auf dem Schakelhaber Berg im Wiedel bei Jever stammt.
Video von der Jeverschen Stadtkirche und
dem Jeverschen Schloss, gefilmt von Poldersiel und eingestellt bei YouTube
im März 2010:
Jeden 1. und 3. Donnerstag im Monat bietet
die Ev.-lutherische Kirchengemeinde Jever kostenlose Führungen durch die
Stadtkirche und das Edo-Wiemken-Denkmal an. In den Ferien finden diese Führungen
wöchentlich statt. Treffpunkt:
Stadtkirche Jever am Kirchplatz, Beginn: jeweils 15:00 Uhr
Taufregister sind ab 1591 erhalten, allerdings fehlen die Jahre 1600 bis
1605 und 1613 bis 1618. Die Aufzeichnungen der Trauungen und der Toten
beginnen 1635. Beim ev.-luth. Oberkirchrat in Oldenburg liegen auf
Microfiches die Jahre 1591 bis 1811 vor, 1591 - 1612 beim
Staatsarchiv Oldenburg. Weiteres siehe unter Archive. Taufen
1809-1824 und Tote Mai 1811-1824 sind nur in Jever selbst einsehbar.
Wenn Sie eine Homepage mit Forschungsergebnissen aus diesem Kirchspiel haben, so
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werden, bzw. wurden und der REAL-Name des Forschers. Bei Interesse senden Sie
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