Westerend-Kirchloog 
Gemeinde Ihlow, Landkreis Aurich
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Zur Ortsgeschichte
Ev.-luth. Kirche
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Kirchenbücher und andere Quellen
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Zur Ortsgeschichte

Lage: 53.443°N 7.4186°O
 
Satellitenbild

Schriftlich wurde der Ort erstmals im Jahre 1408 erwähnt.

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Die ev.-luth. St. Martinskirche

Die St. Martinskirche in Westerende hat dem Ortsteil, in dem sie steht, seinen Namen gegeben. Kirchloog bedeutet Kirch-Dorf (Loog = alte Bezeichnung für Dorf). Sie wurde auf einer Warft, einer von Menschen errichteten Anhöhe, gebaut. Die Menschen brauchten Warften, um bei Überflutung eine Zuflucht zu haben. Auch wenn die Nordseeküste weit entfernt lag und liegt, wurde in früheren das tief gelegene Binnenland überflutet.

Die Kirche wurde in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts errichtet. Auf dem Fundament aus Granitfindlingen wurde die Kirche aus Backsteinen gebaut. Die Backsteintechnik hatte sich damals gerade durchgesetzt und war sehr modern. Die meisten ostfriesischen Kirchen wurden in dieser Zeit aus Backsteinen gebaut. Die Kirche ist als rechteckiger Raum mit einer angefügten Apsis (Altarraum) konzipiert.

Auf der Kirchwarft um die Kirche herum befindet sich auch der nach Westen erweiterte Friedhof. Es wurde kein Glockenturm an die Kirche gebaut, sondern wie in den Nachbarkirchen errichtete man neben dem Kirchengebäude auf der Warft ein Glockenhaus. Zu unserer Kirche gehören drei Glocken. An der Nordwestecke befindet sich in der Kirchenwand ein Halseisen. Es erinnert an die frühere Gerichtsbarkeit. Einige Bestrafungen wurden vor Ort durchgeführt: Hier wurden Übeltäter mit geringfügigeren Vergehen angeprangert. An der Außenmauer kann man ein zugemauertes Portal (Türeingang) und ein zugemauertes Fenster erkennen.

Der älteste Einrichtungsgegenstand in der Kirche ist der Taufstein. Er stammt aus der Entstehungszeit der Kirche, ist vielleicht sogar noch älter. Man kann noch die Gesichter erkennen, die in den Stein hineingearbeitet sind. Früher wurden die Babys bei der Taufe ganz untergetaucht. Heute taufen wir aus der Messingschale. Der Fußboden um den Taufstein und die Kanzel ist mit alten Bodenfließen ausgelegt.

Unser Blick wird nach vorn zum Altar hingelenkt. Er ist das wertvollste Stück unserer Kirche. 1652 wurde von Pastor Hermann de Werve und seiner Frau für unsere Kirche gestiftet. Hermann de Werve war einmal Pastor in Westerende gewesen und musste sein Amt aufgeben, weil er seine pastoralen Aufgaben vernachlässigt und sich stärker um seine wissenschaftlichen Arbeiten gekümmert hatte. Ob die Stiftung des Altars eine Bitte um Vergebung ist? Dargestellt ist auf dem unteren, großen Hauptbild eine Szene aus dem Lukasevangelium: eine Sünderin kommt zu Jesus, und Jesus verzeiht ihr. Über diesem Bild ist ein kleineres in der Mitte des Altares. Hier ist zu sehen, wie Jesus mit seinen Jüngern das Abendmahl feiert. Das obere, kleinste Bild zeigt die Kreuzigung Jesu. An der oberen Spitze des Altares sind drei kleine Holzfiguren: Jesus ist auferstanden. Er hat eine Siegesfahne in der Hand und winkt mit der anderen. Er hat den Tod und das Böse besiegt, dargestellt durch ein Skelett mit Sense und Sanduhr und einen Teufel mit einer Forke.

Die Kanzel stammt aus dem Jahr 1737. Am Kanzelkorb sind die vier Evangelisten mit ihren Symbolen dargestellt, die auch als Figuren am Altar zu sehen sind: Matthäus mit dem Engel, Markus mit dem Löwen, Lukas mit dem Stier und Johannes mit dem Adler. Außerdem ist Paulus als Autor vieler neutestamentlicher Briefe mit dem Schwert zu sehen. Getragen wird der Kanzelkorb von einer holzgeschnitzten Figur, die Moses mit den Tafeln der zehn Gebote darstellt. Über der Kanzel ist ein großer Schalldeckel mit einer goldenen taube als Symbol für den heiligen Geist angebracht Ausgeschmückt ist die Kanzel mit gedrehten Säulen, mit geflügelten Engelsköpfen und Weinreben.

Besonders wertvoll ist die schöne Holzdecke. Unsere Orgel stammt aus dem Jahr 1793 und wurde von dem bedeutenden Emder Orgelbauer Johann Friedrich Wenthin gefertigt, der etliche andere Orgeln in Ostfriesland angefertigt hat.

Da der ursprüngliche Name unserer Kirche nicht bekannt ist, wurde in den neunziger Jahren ein neuer Name ausgesucht. Seitdem hat unsere Kirche den schönen Namen: St. Martinskirche – benannt nach Martin, dem Bischof von Tours, der vorher als Offizier der römischen Armee seinen Umhang mit dem Schwert in zwei Hälften zerschnitten und mit einem frierenden Bettler geteilt hatte. Auf den anderen wichtigen Martin, macht ein Bild im Innenraum aufmerksam, auf dem unser Reformator Dr. Martin Luther abgebildet ist.

Seit etwa 750 Jahren trifft sich die Gemeinde in unserer Kirche um Gottesdienst zu feiern.

Alle sind herzlich dazu eingeladen!

Pastor Andreas Scheepker, Westerende

 

Fotos freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Dorothe Menzel, Wittmund

Ein Video vom Glockenläuten, aufgenommen von Poldersiel und eingestellt bei YouTube:

 

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Adresse

Pastor Wilhelm-Friedrich Janssen
Kirchweg 1
26632 Ihlow
Tel.: 04941/ 31 46

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Kirchenbücher und andere Quellen

 Kirchenbücher sind erhalten ab 1663. Leider sind die Kirchenbücher lückenhaft.

Lücken 
bestehen bei den Taufen: 1667 - 1674, 1676, 1677, 1690;
bei den Trauungen: 1666 - 1673, 1675, 1676, 1678, 1683; 
bei den Toten: 1667 - 1672, 1687, 
unvollständig erhalten sind 1663 - 1665. 
OSB Band 16 beinhaltet die Familien aus Westerende- Kirchloog.

Bei den Mormonen gibt es folgende Verfilmungen:

Kirchenbuchduplikat 1804 - 1874
 
*, oo, + 1804, 1828-1852 Film 1256910 Item 4
* 1853-1874 Film 1256910 Item 5
oo, +  1853-1874 Film 1256911 Items 1-2
 
Zivilstandsregister 1874 - 1900 
 
*, oo 1874-1900, +1874-1890 Film 1257049
+ 1891-1900 Film 1257050 Item 1
 
In den QuF ("Quellen und Forschungen") der Upstalsboom-Gesellschaft finden sich folgende Beiträge über diese Kirchengemeinde:
  •  "Schatzungsregister der 100 Pfennig von 1617" von E.Schulte, Heft 2/ 1998, Seite 50
  •  "Hauptschatzungsregister 1634" und "Hausstättenschatzung 1634" von E.Schulte, Heft 2/1998, S.51 
  •  "Renteiregister 1627" Heft 1992, Seite 28
  • "Kapitalschatzungsregister 1593" Heft des Jahres 1991, Seite 95
  • "Speckregister 1580" von Gretje Schreiber, Heft 4/1999, Seite 101

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Familienforscher dieses Kirchspiels

Name, WWW-Adresse des Forschers erforschte Familiennamen des Ortes Sprache
Klaus Euhausen
Coobs (auch Cobus)

Wenn Sie eine Homepage mit Forschungsergebnissen aus diesem Kirchspiel haben, so lassen Sie sich doch hier bitte eintragen, um schnelle Kontakte möglich zu machen. Wichtig ist die Angabe der Familiennamen, die in diesem Ort erforscht werden, bzw. wurden und der REAL-Name des Forschers. Bei Interesse senden Sie einfach eine Email mit dem Ort in der Betreffzeile an:

anmeldung@genealogie-forum.de

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Google
 

Verwendete Quellen: Fotos von Dorothe Menzel, Text zur Kirche von Pastor Scheepker, weiteres siehe bitte unter  Impressum.

Kirchen der Gemeinde Ihlow:

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Barstede
Ihlow
Kirchloog
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