Marienhafe
Samtgemeinde Brookmerland, Landkreis Aurich
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  • Zur Ortsgeschichte

  • Ev.-luth. Marienkirche

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  • Kirchenbücher und andere Quellen

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  • Zur Ortsgeschichte

    Lage: 53.52°N 7.28°O
    Zum Ort gehören: Degenfeld, Fennhaus, Tjüche, Tjücher Acker, Tjücher Wilde, Otterhamm, Wylhof
    Satellitenbild

    Nach den Sturmfluten von 1373 und 1377 war Marienhafe für einige Jahrzehnte Hafenort und die Schiffe konnten fast bis an die Marienkirche heranfahren. 

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    Die ev.-luth. Marienkirche

    Eingepfarrte Orte: Rechtsupweg, Schott(jer Hörn), Tjüche, Upgant-Schott

    Was heute von der Marienkirche erhalten geblieben ist, erinnert kaum noch an die frühere große dreischiffige basilikale Kreuzkirche. Der „Marienhafer Dom" galt mit seinem sechsgeschossigen Turm an der Westseite im Mittelalter als die größte Kirche zwischen Groningen und Bremen. Sie wurde im 13. Jahrhundert, vermutlich um 1230, erbaut. 

    Um 1500 wirkten vier Priester im "Dom von St.Marien".

     

    Foto: Dennis Wubs

    Der Turm und alle drei Kirchenschiffe waren auf der Nordseite mit Kupfer ("Kuiper" = friesisch-niederländisch für Kupfer) und auf der Südseite mit Schiefer ("Ley"=altdeutsch für Schiefer) gedeckt, so dass die Kirche von See her durch den wechselnden Blick auf die Kupfer- und die Schieferseite für Eingeweihte (und nur für sie) einen Hinweis auf die auch bei Niedrigwasser befahrbar bleibenden Priele und sonstigen Wasserflächen gab. Ohne dieses Sonderwissen waren der Ort und sein tideabhängiger Hafen von See her praktisch uneinnehmbar. Es ist durchaus möglich und auch im Bereich des Wahrscheinlichen, dass sich der berühmte Pirat Störtebecker an den Kosten beteiligt hat.

    Die Bedeutung der Kirche als Seezeichen ging nach dem Ende des Mittelalters durch die Verlagerung der Küstenlinie zurück; Marienhafe liegt heute im Binnenland und hat keinen Hafen mehr.

    Der breite und hohe Turm der Kirche wird auch Störtebeckerturm genannt, weil er dem berühmt-berüchtigten Piraten Störtebecker und seinen Leuten als  Unterschlupf auf dem Festland diente. 

    Kurzinfo: Wer war Störtebecker?

    Claes Störtebecker ging in die Geschichte ein als ein Seeräuber, der seine reiche Beute mit der armen Bevölkerung Ostfrieslands teilte. So wurde er zu einem Robin Hood des Meeres. Die Häuptlinge der Krummhörn boten ihm auf der Flucht vor seine Verfolgern immer wieder Unterschlupf, wofür diese später mit der Zerstörung ihrer Dörfer bestraft wurden. 

    Im Jahre 1401 wurden Störtebecker und seine Männer gefangen genommen und zum Tode verurteilt. Störtebeckers letzte Bitte: Man möge ihn als ersten hinrichten und seine Gefolgsleute sollten neben der Hinrichtungsstätte stehen. Alle Männer, an denen er nach dem Verlust des Kopfes noch vorbeigehen könne, sollten freigelassen werden. Sein Wunsch wurde ihm erfüllt. Nach der Hinrichtung soll er sich tatsächlich aufgerichtet und an 11 seiner Männer vorbeigelaufen sein, bevor er zusammenbrach. So rettete Störtebecker noch im Tode 11 seiner Männer das Leben und festigte seinen Ruf bis heute. Die abgeschlagenen Köpfe der Piraten wurden auf Pfählen im Watt für alle sichtbar aufgespießt.

    1819 stürzte der Ostgiebel der Kirche ein. Weil 8000 Taler für die Ausbesserung zu teuer waren, beschloss man 1829, die baufällige Kirche abzubrechen und in verkleinerter Form wieder aufzubauen. Nur das Mittelschiff blieb erhalten. Kurze Zeit später wurde der Westturm um zwei Stockwerke auf fast halbe Höhe gekürzt. Heute ist die einstmals gewaltige Kirche einschiffig und der Turm nur vier statt sechs Stockwerke hoch. 

    Der auch heute noch beeindruckende Innenraum birgt neben einer Marienstatue und einer Heiligenstatue einen Bentheimer Taufstein aus dem 13. Jahrhundert und die 1710-13 von Gerd Holy erbaute Pfeifenorgel.
    Foto: Dennis Wubs

    Am Außenmauerwerk der Basilika waren rundherum Steinfiguren und Friesplatten-Bildsteine angebracht. Leider blieb nur eine geringe Anzahl dieser Figuren bei den Abbrucharbeiten erhalten. Sie werden heute im Kirchenmuseum in der “Störtebekerkammer” gezeigt, die sich im Westturm befindet. Seit Jahrhunderten befassen sich Kunsthistoriker mit diesen Friesfiguren. Aber diese sind ebenso rätselhaft geblieben wie Störtebeker, dessen “Portrait” insbesondere den jüngeren Museumsbesuchern und Turmbesteigern gehörig Ehrfurcht einflößt. Die "Störtebekerkammer" ist zu einem Kirchenmuseum über die Dokumentation der Baugeschichte ausgebaut worden. Der Besuch auf der Turmplattform bietet einen grandiosen Ausblick über die umliegende Landschaft.

    Ein Video vom Glockenläuten, aufgenommen von Poldersiel:

     

    und ein weiteres von Dennis Wubs:

     

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    Adresse

    Ev. Luth. Kirchengemeinde Marienhafe
     Am Markt
    26529 Brookmerland-Marienhafe
     
    Öffnungszeiten: Montag-Samstag: 10-12 Uhr, 14-17 Uhr, Sonntags und Feiertags: 14-17 Uhr
    Eintritt (für den Störtebeckerturm):  Erwachsene.: 1,05 Euro, Kinder 0,55 Euro
    Kleine Museumsführung im Turm: 5 Euro pro Gruppe (zuzüglich Eintrittspreise)

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    Links zur Region bzw. Kirche

    http://www.marienhafe.de

    Offizielle Homepage zur Kirche

    http://de.wikipedia.org/wiki/St.-Marienkirche_Marienhafe 

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    Kirchenbücher und andere Quellen

     Kirchenbücher sind erhalten ab 1681. 

    Lücken:

     

    Taufen: Jahrgang 1724 unvollständig.
    Trauungen: 1724
    Tote: Februar 1716 - 1724. Bis 1724 wechselnd nur für je einen Bezirk eingetragen.

    Ein OSB  ist in Vorbereitung.   

    Bei den Mormonen  kann man sich zur Ansicht bestellen:
    a) Zivilstandsregister, 1812-1814
     
    Geburten 1812-1814, Proklamationen, Heiraten 1812-1814 Film 1257587 Items 26-32
    Heiraten 1813-1814, Tote 1812-1814 Film 1257588 Items 1-10
     
    b) Kirchenbuchduplikat, 1828-1874
     
    Taufen, Heiraten, Sterben, Confirmirten 1828-1852 Film 1187716 Item 6
    Taufen 1847-1867 Film 1187716 Item 7
    Taufen 1868-1874 Film 1187717 Item 1
    Heiraten 1853-1874 Film 1187717 Item 2
    Sterben 1853-1874 Film 1187717 Item 3

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    Familienforscher dieses Kirchspiels

    Name, WWW-Adresse des Forschers erforschte Familiennamen des Ortes Sprache
    Hans Schrader, http://www.uesenberger-webdesign.de/ahnen/ 
    Berents, Vienna, von Hattum
    Ann Salzman  

    Wenn Sie eine Homepage mit Forschungsergebnissen aus diesem Kirchspiel haben, so lassen Sie sich doch hier bitte eintragen, um schnelle Kontakte möglich zu machen. Wichtig ist die Angabe der Familiennamen, die in diesem Ort erforscht werden, bzw. wurden und der REAL-Name des Forschers. Bei Interesse senden Sie einfach eine Email mit dem Ort in der Betreffzeile an:

    anmeldung@genealogie-forum.de

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    Verwendete Quellen: siehe bitte unter  Impressum
    Siehe auch: Liste der historischen Kirchen in Ostfriesland bei wikipedia.org

     

    Weitere Kirchen in Brookmerland:

    Marienhafe
    Osteel
    Siegelsum
    Wirdum

     

     

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