Durch das Urbarmachungsedikt Friedrichs des Großen
von 1756 angelegten Moorkolonie. Der preußische König machte hier den
Versuch, ausgediente Soldaten seines Heeres sesshaft zu machen. Die
Kolonisten lebten in größter Armut.
Hierzu schreibt wikipedia.org:
1767
begann in der Südbrookmer Vogtei die Besiedlung von Moordorf. König
Friedrich II. hatte 1765 das Urbarmachungsedikt erlassen: Danach fielen
die wüsten unbebauten Heidefelder und Moore an die Krone, wurden von
dieser aufgeteilt und zwecks Kultivierung an Siedlungswillige vergeben.
Der preußische König machte hier den Versuch, ausgediente Soldaten
seines Heeres sesshaft zu machen. Allerdings: nur zwei von ihnen blieben
auf Dauer in Moordorf.
Den mittellosen Siedlern wurden viel zu kleine Parzellen überlassen, so
dass
der unergiebige Boden schnell erschöpft war. Die Erbpacht
konnte nicht mehr bezahlt werden und die Kolonisten versanken in bittere
Armut.
Moordorf als Moorkolonie
gehörte zu den kinderreichsten und gleichzeitig ärmsten Dörfern Deutschlands.
In den Betten der Lehmkaten
übernachteten nicht selten 3 bis 4 Kinder in einem Bett. Bis weit in den
Herbst liefen die Kinder barfuß. Dabei ist zu beachten, daß es im Moor
wesentlich früher als in anderen Landstrichen friert. Für die Schule
hatten die Kinder keine Zeit, da sie früh gezwungen wurden mitzuarbeiten
oder zu betteln. Die Jungen und Mädchen landeten vielfach wieder als
Knechte oder Mägde beim Bauern. Die bittere Armut und die dadurch
auftretenden Begleiterscheinungen wie Betteln und der Verkauf von
selbstgeflochtenen Weidekörben führten zu den Gerüchten in Moordorf
hätten sich Zigeuner niedergelassen oder die Moordorfer stammten von
Sträflingen ab.
Die Kirchengemeinde wurde 1886 gegründet. Anfang
der neunziger Jahre des 19. Jahrhunderts begannen die Planungen für den
Bau einer Kirche. Diese wurde am 19. November 1893 geweiht. 1908 erhielt
sie einen Glockenturm und 2 neue Glocken von denen sich eine noch heute im
Turm befindet. Die Orgel, die ursprünglich aus dem Jahre 1895 stammt,
wurde 1976 von Grund auf renoviert. 1978 erfolgte eine grundlegende
Renovierung der Kirche.
Foto: Dennis Wubs
Bevor Moordorf eine eigene Kirche besaß
besuchten die Moordorfer die Kirche Victorbur.
Eine Videoaufnahme des Glockenläutens, aufgenommen von Dennis Wubs:
Sehenswert: das Moormuseum. Hier kann man
hautnah sehen, in welcher Armut unsere Vorfahren hier lebten. Auch hierzu
gibt es ein dreiteiliges Video bei YouTube, gedreht und eingestellt von
Duenensand..
Kirchenbücher sind erhalten ab 1892, vorher war die Kirche
Victorbur
zuständig.
Buchtipps:
"Moordorf", von Andreas Wojak, ISBN
3-9269-5883-9
"Die ersten Siedler von
Moordorf
1767 - 1817", von Jürgen Hoogstraat, Ostfriesische Familienkunde,
Band 12, Ostfriesische Landschaft ISBN 3-9322-0605-3
"Pioniere der Wildnis : Aus der
Geschichte der Kolonie Moordorf" von Hinrich Schoolmann,
ISBN 3-9281-6004-4
"Urkolonisten. Die Anfänge der
ostfriesischen Moorkolonie Moordorf" von Theo Meyer,
ISBN 3-8908-5994-1
gefunden im evangelischen Kirchenbuch Fürstenau, 1817 Nr. 6
"Den 13 März des Nachmittags 4 Uhr ist in Hudes` Hause dahier,
Heinrich SCHNAKENBERG, ein durchreisender Handelsmann mit kurzen
Waren, gebürtig aus Altenbruch im Land Hadeln, jetzund wohnhaft in
Moordorf bey Aurich in Ostfriesland, et uxoris Leonora LEINBACH, gebürtig
aus Reckedorf im Hessischen, von einem Söhnlein entbunden, dem sie bey
der heiligen Tauffe die Namen CONRAD FRIEDRICH, den 16. März beygelegt
haben."
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