Moordorf
Gemeinde Südbrookmerland, Landkreis Aurich
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Zur Ortsgeschichte
Ev.-luth. Kirche
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Kirchenbücher und andere Quellen
Fundstücke
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Zur Ortsgeschichte

Lage: 53.47°N 7.37°O
GOV-Ortskennung: MOOORFJO33QL
Satellitenbild

Durch das Urbarmachungsedikt Friedrichs des Großen von 1756 angelegten Moorkolonie. Der preußische König machte hier den Versuch, ausgediente Soldaten seines Heeres sesshaft zu machen. Die Kolonisten lebten in größter Armut. 

Hierzu schreibt wikipedia.org:

1767 begann in der Südbrookmer Vogtei die Besiedlung von Moordorf. König Friedrich II. hatte 1765 das Urbarmachungsedikt erlassen: Danach fielen die wüsten unbebauten Heidefelder und Moore an die Krone, wurden von dieser aufgeteilt und zwecks Kultivierung an Siedlungswillige vergeben. Der preußische König machte hier den Versuch, ausgediente Soldaten seines Heeres sesshaft zu machen. Allerdings: nur zwei von ihnen blieben auf Dauer in Moordorf. 

Den mittellosen Siedlern wurden viel zu kleine Parzellen überlassen, so dass der unergiebige Boden schnell erschöpft war. Die Erbpacht konnte nicht mehr bezahlt werden und die Kolonisten versanken in bittere Armut. Moordorf als Moorkolonie gehörte zu den kinderreichsten und gleichzeitig ärmsten Dörfern Deutschlands. In den Betten der Lehmkaten übernachteten nicht selten 3 bis 4 Kinder in einem Bett. Bis weit in den Herbst liefen die Kinder barfuß. Dabei ist zu beachten, daß es im Moor wesentlich früher als in anderen Landstrichen friert. Für die Schule hatten die Kinder keine Zeit, da sie früh gezwungen wurden mitzuarbeiten oder zu betteln. Die Jungen und Mädchen landeten vielfach wieder als Knechte oder Mägde beim Bauern. Die bittere Armut und die dadurch auftretenden Begleiterscheinungen wie Betteln und der Verkauf von selbstgeflochtenen Weidekörben führten zu den Gerüchten in Moordorf hätten sich Zigeuner niedergelassen oder die Moordorfer stammten von Sträflingen ab. 

Zum Leben in den Moordörfer: 

http://www.nordwestreisemagazin.de/moor/moorkolonisten.htm 

http://www.moormuseum-moordorf.de/moordorf.html 

Das Leben ostfriesischer Kolonisten

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Die ev.-luth. Kirche

Die Kirchengemeinde wurde 1886 gegründet. Anfang der neunziger Jahre des 19. Jahrhunderts begannen die Planungen für den Bau einer Kirche. Diese wurde am 19. November 1893 geweiht. 1908 erhielt sie einen Glockenturm und 2 neue Glocken von denen sich eine noch heute im Turm befindet. Die Orgel, die ursprünglich aus dem Jahre 1895 stammt, wurde 1976 von Grund auf renoviert. 1978 erfolgte eine grundlegende Renovierung der Kirche.
Foto: Dennis Wubs  

Bevor Moordorf eine eigene Kirche besaß besuchten die Moordorfer die Kirche Victorbur.

Eine Videoaufnahme des Glockenläutens, aufgenommen von Dennis Wubs:

 

Sehenswert: das Moormuseum. Hier kann man hautnah sehen, in welcher Armut unsere Vorfahren hier lebten. Auch hierzu gibt es ein dreiteiliges Video bei YouTube, gedreht und eingestellt von Duenensand.. 

 

 

 

 

 

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Adresse

Pastor Klaus-Dieter Wiegel
Auricher Str. 82
26624 Südbrookmerland
Tel: 049 41/ 98 21 24
 
oder
 
Pastor Karsten Henkmann
Ganterweg 28
26624 Südbrookmerland
Tel.: 0 49 41/ 98 24 19

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Links zur Region bzw. Kirche

http://de.wikipedia.org/wiki/Moordorf 

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Kirchenbücher und andere Quellen

 Kirchenbücher sind erhalten ab 1892, vorher war die Kirche Victorbur zuständig.

Buchtipps:  

  • "Moordorf", von Andreas Wojak, ISBN 3-9269-5883-9
  • "Die ersten Siedler von Moordorf 1767 - 1817", von Jürgen Hoogstraat, Ostfriesische Familienkunde, Band 12, Ostfriesische Landschaft ISBN 3-9322-0605-3
  • "Pioniere der Wildnis : Aus der Geschichte der Kolonie Moordorf" von Hinrich Schoolmann,  ISBN 3-9281-6004-4
  • "Urkolonisten. Die Anfänge der ostfriesischen Moorkolonie Moordorf" von Theo Meyer,  ISBN 3-8908-5994-1

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Fundstücke

gefunden im evangelischen Kirchenbuch Fürstenau, 1817 Nr. 6

"Den 13 März des Nachmittags 4 Uhr ist in Hudes` Hause dahier,
Heinrich SCHNAKENBERG, ein durchreisender Handelsmann mit kurzen Waren, gebürtig aus Altenbruch im Land Hadeln, jetzund wohnhaft in Moordorf bey Aurich in Ostfriesland, et uxoris Leonora LEINBACH, gebürtig aus Reckedorf im Hessischen, von einem Söhnlein entbunden, dem sie bey der heiligen Tauffe die Namen CONRAD FRIEDRICH, den 16. März beygelegt haben."

übermittelt von Hanna Landwehr, Fürstenau


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Verwendete Quellen: siehe bitte unter  Impressum
Siehe auch: Liste der historischen Kirchen in Ostfriesland bei wikipedia.org

 

Kirchen der Gemeinde Südbrookmerland:

Bedekaspel
Blauenkirchen
Engerhafe
Forlitz-Blaukirchen
Moordorf
Muenkeboe
Victorbur
Wiegboldsbur

 

 

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 Stand: 17. April 2010
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