Neustadtgödens
Gemeinde Sande, Landkreis Friesland
 
  • Zur Ortsgeschichte
  • Die ev.-luth. Kirche
  • Die ev.-ref. Kirche
  • Die kath. Kirche
  • Mennoiten
  • Jüdische Synagoge
  • Links zur Region
  • Kirchenbücher und andere Quellen
  • Kontakte zu Forschern dieses Kirchspiels

  • Zur Ortsgeschichte

    Lage: 53.47°N 7.95°O
    Satellitenbild 

    Seit 1362 Hafenort. Ursprünglich Mennoitensiedlung, im Mittelalter Freistatt für alle Konfessionen. Die ersten Bewohner lebten von der Schifffahrt, doch nach dem Bau des Ellenser Dammes war der Ort vom Meer abgeschlossen. Daraufhin wandte sich die Bevölkerung dem Handel und der Weberei zu. Der damalige tolerante katholische Besitzer der "Herrlichkeit Gödens" erteilte die Erlaubnis, Kirchen zu errichten. Innerhalb von nur 50 Jahren leistete sich der 700 - 800 Seelenort 5 Gotteshäuser. Die Möglichkeit der freien Religionsausübung führte zur weiteren Ansiedlung von Baptisten, Reformierten, Katholiken und Juden. Bemerkenwert ist der Ort schon aufgrund der Tatsache, wie friedlich das Zusammenleben dieser Menschen verschiedenster Konfessionen in einem so kleinen Ort möglich war. 

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    Die ev.-luth. Kirche

    1695 wurde die evangelisch-lutherische Kirche fertiggestellt. Der Bau wurde innerhalb von nur 3.5 Monaten fertiggestellt und aus Spenden in Höhe von 3.000 Reichstalern finanziert. Es kam dabei immer wieder zu Drohungen von Seiten der Reformierten, den Bau einzureißen, da sie einen Rückgang ihres Einflusses in Neustadtgödens befürchteten. 1714 wurde der Kirchenturm nachträglich angebaut. Er besitzt ein Sandsteinportal, über dem sich die Wappen des Grafen Burchard Philipp von Fridag und seiner Frau befinden. 

    Zum Altargerät gehören ein Kelch, gestiftet 1695 von Arendt Otten und seiner Frau Anna Catharina; eine Dose von Georg Jürgens Bartholz, Apotheker und seiner Frau Anna Elisabeth geb. Otten Anno 1711; und eine Dose mit der Witmung : Sabine Dorothea Fridag, geboren: 15.11.1757, gest. 17.1.1767

    http://www.kirchenkreis-harlingerland.de/kg/goedens/goedens.html 

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    Ev.-reformierte Kirche

    1715 begann die reformierte Gemeinde mit dem Bau ihres Gotteshauses. Sie hatten von der Herrlichkeit Gödens die Erlaubnis zum Bau und zum Sammeln von Geldern erhalten. Die größten Spenden kamen aus Emden, Bremen und den Niederlanden, da deren Bewohner großenteils dem reformierten Glauben angehörten. Zur Kirche gehörte bis zur Mitte dieses Jahrhunderts ein Dachreiterturm mit Kuppeldach. Auch dieses Gotteshaus hat ein Sandsteinportal mit den Wappen des Grafen Fridag von Gödens. Nach dem Kriege wurde das Gotteshaus verkauft. Heute befinden sich darin Wohnungen.

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    Die kath. Kirche

    1716 wurde die St. Josefs Kirche erbaut. Es war der erste katholische Kirchbau nach der Reformation in Ostfriesland und ist somit die älteste katholische Kirche der Nachreformationszeit in Ostfriesland.  

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    Mennoiten

    Die Mennoniten, die zu den Gründern des Sielhafenortes zählen, waren eine kleine, bedeutende und wohlhabende Bevölkerungsgruppe. Sie gehörten den Berufsständen der Leineweber und Kaufleuten an. 1741 errichteten sie ihr Gotteshaus.

    Ab 1800 ging die Zahl der Gläubigen allerdings rapide zurück, so dass 1841 die letzte Predigt gehalten wurde, weil keine Gelder für den Erhalt der Pfarrstelle mehr vorhanden waren. Das Gebäude verfiel. In den Kriegen 1870/71 sowie 1914/18 wurden die Räume als Militärdepot genutzt, ab 1934 als Turnhalle und Feuerwehrhaus. Die lutherische Kirche nutzte sie ab 1958 als Begräbniskapelle. 

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    Die jüdische Synagoge

    Seit Mitte des 17. Jahrhunderts waren Juden in Neustadtgödens ansässig und betrieben Handelsgeschäfte.1852 wurde das Synagogengebäude erstellt. Der Friedhof befindet sich zwischen Neustadtgödens und Gödens.  Um 1860 waren 1/4 der Dorfeinwohner Juden. Auch die Juden Wilhelmshavens nutzen bis 1902 diese Synagoge als Gotteshaus. Deutschlands Geschichte ging auch an Neustadtgödens nicht vorbei. Die Gottesdienste wurden 1936 eingestellt. In das Gebäude zog eine Farbenfabrik. Dieser Umstand aber sollte zumindest das Gebäude in der "Reichs-Kristallnacht" der Nazis im Jahre 1938 schützen. Aus Angst vor einer größeren Explosion in der eng bebauten Kirchstraße verzichteten die Nazis auf das Niederbrennen. Die Synagoge überstand als einzige Ostfrieslands.  Doch die jüdischen Mitbürger wurden in den folgenden Jahren in Konzentrationslager verschleppt. Seit 1988 befindet sich eine Galerie in der ehemaligen Synagoge in der Kirchstr. 47.

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    Links zur Region bzw. Kirche

    Denkmalprojekt.org- Deutsche Gefallene und Vermisste der vergangenen Kriege

    Nordwestreisemagazin 

    Artikel zur jüdischen Gemeinde in Neustadtgödens

    Kulturportal-nordwest.de

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    Kirchenbücher und andere Quellen

     Ev.-luth. Kirchenbücher sind erhalten ab 1695, Aufzeichnungen 1714 bis 1735 fehlen allerdings komplett. Die römisch-katholischen Aufzeichnungen beginnen 1677 (Tote erst ab 1692). 

    OSB (Ortssippenbuch) der ev.-luth. Familien von Neustadtgödens erhältlich bei der Upstalsboomgesellschaft Aurich als Band 61. 

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    Familienforscher dieses Kirchspiels

    Name, WWW-Adresse des Forschers erforschte Familiennamen des Ortes Sprache

    Wenn Sie eine Homepage mit Forschungsergebnissen aus diesem Kirchspiel haben, so lassen Sie sich doch hier bitte eintragen, um schnelle Kontakte möglich zu machen. Wichtig ist die Angabe der Familiennamen, die in diesem Ort erforscht werden, bzw. wurden und der REAL-Name des Forschers. Bei Interesse senden Sie einfach eine Email mit dem Ort in der Betreffzeile an:

    anmeldung@genealogie-forum.de

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    Verwendete Quellen: siehe bitte unter  Impressum
    Siehe auch: Liste der historischen Kirchen in Ostfriesland bei wikipedia.org

     

    Kirchen der Gemeinde Sande

    Dykhausen
    Neustadtgödens
    Sande

     

     

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     Stand: 19. April 2010
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