Schortens, Landkreis Friesland
 
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ev.-luth. Kirche
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Lage: 53.52°N 7.95°O
Satellitenbild 

Schortens war zunächst ein Bauerndorf, entwickelte sich aber nach dem Bau der St.-Stephanus-Kirche zum Mittelpunkt der Region. 

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Die ev.-luth.  Kirche

Die Schortenser Kirche gilt als die älteste des Jeverlandes. Sie hatte keine Vorgängerkirche. 

Im Jahre 1153 kam es zu einer erbitterten Schlacht auf dem "Wilden Felde" zwischen den Oestringern und den Soldaten des Oldenburgischen Grafen und anderen Lehnsmannen Heinrich des Löwen. Die Friesen waren anzahl- und kräftemäßig weit unterlegen, doch es ging um ihre Freiheit. Sie schworen im Falle ihres Sieges, in Schortens eine Kirche zu bauen. Sie siegten und hielten ihr Gelübde. 

Alle Besitzer von Marschland waren zur Hilfe verpflichtet. Feestleute, die keine Grase hatten, leisteten Hand- und Fussdienste zur Errichtung der Kirche. 

Um die Kirche zu bauen, errichtete man einen 4 1/2 m hohen Steinwall aus unbehauenem Granit. Gleichzeitig wurde der Kirchhof aus Sand aufgefahren. Auf dem Steinwall entstandt eine 5 m hohe Mauer aus Granitquadern, darüber befindet sich bis zur Höhe von 10 m Tuffstein. 

 

Der 100 Fuß hohe Kirchturm, der früher mit der Kirche verbunden war,  wurde 1661 durch Blitzschlag zerstört. Beim Wiederaufbau des Giebels hat man die Kirche um zwei Meter verkürzt. 

Ubbo Emmius gibt in seiner Geschichtsbeschreibung (Rerum Frisicarum, Band 1, Nr. 110) an: "Zur Erfüllung des Gelübdes verpflichtet, hätten die Oestringer in Schortens jene berühmte Kirche errichtet und nach den Gewohnheiten jenes Jahrhunderts noch anderes hinzugefügt, das von ihrem Aberglauben zeugte."

Im Granitgewände der Südtür sind beidseitig Sandsteine eingefügt, die eine nicht geringe Anzahl Wetzrillen aufweisen. Der Volksmund nennt diese "Düwelskrallen".  Der Grund dieser Zeichen kann heute nur noch vermutet werden. Eine Erklärung lautet, dass der Teufel nach Fertigstellung der Kirche hier seine Wut austobte. Eine andere Erklärung ist, dass an diesen Stellen Ritter ihre Schwerter schärften. Eine dritte Vermutung lautet dahingehend, dass aus den Rillen abgeschabtes Pulver eingenommen wurde oder in kleinen Beutelchen gegen allerlei Krankheit und Böses wie ein Amulett mit sich herumtrug. Im Ostfrieslandheft 1956/2 schreibt Dr. Stracke, Emden, dass die Wetzrillen von dem rituellen Gebrauch des Schwertes bei feierlichen Kulthandlungen stammen. Zu späteren Zeiten, als dieser Ritus längst in Vergessenheit geraten war, nannte man die entstandenen Rillen "Teufelskrallen". Auch an der Sillensteder Kirche, im Glockenturm rechts vor der Eingangstür des Turmes, ist noch ein Stein mit Teufelskrallen aus der Vorgängerkirche erhalten.

Einzigartig sind an der Schortenser Kirche auch die vier Sandsteinkreuze, bei denen oberhalb der senkrechten Balken ein nach links oder rechts versetzter Sandstein gesetzt wurde. Die Bedeutung dieser Kreuze ist vollkommen ungeklärt. Sehr wahrscheinlich aber hat es mit den von Emmius genannten Aberglauben zu tun. Noch 1860 war es in Schortens üblich, dass der Leichenzug dreimal den Kirchhof umrundete, damit der Lebenskreis geschlossen war. Seit der Umgang um die Kirche gepflastert wurde, ist der einmalige Umgang bis zum heutigen Tag nach dort verlegt, mit der Sonne von links nach rechts, um dem Teufel nicht entgegen zu gehen.

Bei kriegerischen Auseinandersetzungen wurde eine Seitenwand einst zerstört. Sie wurde mithilfe von Ziegelsteinen wieder aufgebaut, das seitliche Portal dabei geschlossen.

Im Innenraum der Kirche steht heute der Steinsargdeckel des ersten evangelischen Predigers Jacobus Drentvede.

Zu den absoluten Besonderheiten zählt der Passions-Flügelaltar aus dem 16. Jahrhundert. Auf einer Breite von 5,60 m und einer Höhe von 2,10 m wird die Passionsgeschichte in 24 geschnitzten Einzelszenen und einer großen Kreuzigungsszene dargestellt. Dieser Altar hat gerade in jüngster Zeit von sich Reden gemacht. Wer sich für weitere Informationen interessiert, folgen weitere Informationen hier

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Adresse

Ev.-luth. Kirchengemeinde Schortens
26419 Schortens
Menkestr.

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Links zur Region bzw. Kirche

http://www.ev-kirche-schortens.de 

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Kirchenbücher und andere Quellen

 Kirchenbücher sind erhalten ab 1685. Die Jahrgänge 1811 bis 1824 sind nur in der Kirchengemeinde selbst einsehbar. Beim ev.-luth. Oberkirchrat in Oldenburg liegen auf Microfiches die Jahre 1685 bis 1811  vor. 

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Familienforscher dieses Kirchspiels

Name, WWW-Adresse des Forschers erforschte Familiennamen des Ortes Sprache
Marilyn, Email: mstulken@rli-net.net Reiners

Rolf Seetzen, rolfseetzen[at]hotmail.com Seetzen

Wenn Sie eine Homepage mit Forschungsergebnissen aus diesem Kirchspiel haben, so lassen Sie sich doch hier bitte eintragen, um schnelle Kontakte möglich zu machen. Wichtig ist die Angabe der Familiennamen, die in diesem Ort erforscht werden, bzw. wurden und der REAL-Name des Forschers. Bei Interesse senden Sie einfach eine Email mit dem Ort in der Betreffzeile an:

anmeldung@genealogie-forum.de

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Verwendete Quellen: siehe bitte unter  Impressum, Fotos: Doris Reuter

Kirchen in Schortens

Accum
Schortens
Sillenstede

 

 

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