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Herkunft,
Entstehungsjahr oder Name des Schnitzers sind leider nicht bekannt. Die
Eiche, aus der dieser Altar entstand, wurde aber nachweislich im Jahre 1505 gefällt.
Auch hat sich der Schnitzmeister in der großen Kreuzigungsszene selbst
dargestellt (links oben neben dem Kreuz). Viermal wurde der Altar renoviert, zuletzt 1953. Leider hatte man dabei
nicht den heutigen Kenntnisstand und die gutgemeinten Erhaltungsmaßnahmen
schadeten dem Altar so sehr, dass er kurz vor der Zerstörung stand. Alle
Figuren waren von grauen Salzkrusten überzogen. Die Gegenstände in den Händen
der Figuren waren teilweise vertauscht oder verschollen.
(Abbildung: die Kreuzigungsszene vor der
Renovierung)
Im Jahr 2000 wurde dann der Altar in sechsmonatige Arbeit restauriert.
Die Figuren wurden holzfarbig schattiert und fehlende Teile, vor allem
Gegenstände in den Händen der Figuren, ersetzt. Die
vorbereitenden Recherchen sind besonders interessant.
Frau Ingeborg Nöldecke, eine Hobby- Kunsthistorikerin mit besonderem Interesse am
Schortenser Altar, forschte nach Darstellungen, die dem Schnitzer des
Altars als Vorlage gedient haben mochten. Dafür las sie alle
Veröffentlichungen, die je zum Thema Kupferstiche veröffentlicht wurden. Und tatsächlich wurde sie fündig.
In der Stiftung Preußischer Kulturbesitz in Berlin fand sie einer Beschreibung
von 1910 über die "Kleinste Passion" des Kupferstechers Israhel
van Meckenheim ( 1445 - 1503) die Bilder "ihres" Altares wieder. Sie
ließ sich Fotos der Kupferstiche schicken, die tatsächlich den Altar-
Darstellungen bis ins Detail glichen, inklusive aller Fehler (seitenverkehrte
Darstellungen). Daraufhin konnten nun auch die fehlenden Gegenstände
originalgetreu wieder hergestellt werden. Heute präsentiert sich der Altar
wieder in der barocken Fassung, in der er in etwa im Jahre 1666 schon einmal
war. |
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