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Weene  
Gemeinde Ihlow, Landkreis Aurich
Aurich
Brookmerland
Dornum
Großefehn
Großheide
Hage
Hinte
Ihlow
Krummhörn
Norden
Suedbrookmerland
Wiesmoor
 

Zur Ortsgeschichte

Lage: 53.43°N 7.53°O
 
Satellitenbild 

Als älteste Ortschaft kann Schirum angenommen werden. Später gründeten vermutlich Einwohner aus Schirum die Orte Ostersander und Westersander in einiger Entfernung von der ehemals stark versumpften und überschwemmungsgefährdeten Talniederung des Krummen Tiefs auf flachen Sandrücken. In dem Grundwort -sander kommt die Lage auf relativ trocknen Sandböden inmitten eines Feuchtlandgebietes zum Ausdruck. Es wird vermutet, dass die drei Dörfer Schirum, Ostersander und Westersander bereits vor der Zeit um 1000 existiert haben. Die engen familiären Beziehungen und ein starkes Zusammengehörigkeitsgefühl werden dazu geführt haben, dass diese drei Dörfer ein gemeinsames Kirchspiel gründeten. Die gemeinsame Kirche entstand in etwa mittig der drei Orte auf einer Warf. Im Laufe der Jahrhunderte kamen weitere Gebäude hinzu und füllten die unbebauten Plätze des neu entstandenen Kirchspiels Weene. 

Es gibt keine Anhaltspunkte, wann diese Gründung erfolgte. Sie könnte aber bereits im 9. Jahrhundert stattgefunden haben. Im Jahre 1420 wird die Kirchengemeinde Weene erstmals urkundlich erwähnt. 

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Die ev.-luth. Kirche

 

Eingepfarrte Orte: Hüllenerfehn, Lübbertsfehn, Schirum, Ostersander, Ihlowerfehn, Westersander. Man findet aber auch Einträge aus Ludwigsdorf.

Die Kirche liegt an der Straße zwischen Schirum nach Neermoor. Anlässlich von Reparaturarbeiten am Kirchengebäude im Jahre 1616 ließ Pastor Arnold Wesseling den steinernen Altartisch öffnen und fand dabei einige Schriftstücke. Die lateinischen Schriften erzählen, dass "diese Kirche am Jahre 1499 durch den ehrwürdigen Herrn Albert von der Schola Dei [d.h. Kloster Ihlow] sowie durch den ehrwürdigen Wilhelm, Priester und Mönch des Klosters [zu Ihlow] geweiht worden war. 

 

 

Sowohl die Kirchengemeinde Weene als auch der Kirchenbau sind bedeutend älter. Es ist recht wahrscheinlich, dass an der Stelle der heutigen Kirche zunächst ein kleinerer Vorgängerbau aus Holz gestanden hat. Der erste Bau der Kirche aus Backsteinen wird in der 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts vermutet. Allerdings sind nach zahlreichen Um- und Anbauten von der ursprünglichen Bausubstanz nur noch Teile der Südwand und des westlichen Abschnittes der Nordwand erhalten geblieben. Beispielsweise wurde unmittelbar vor 1499 ein polygonaler (vieleckiger) Chorraum angebaut, dessen Weihe im Jahre 1499 auf dem im Alter gefundenen Schriftstück dokumentiert wurde.

Im Mittelalter hatte die Kirche auch einen Chorraum im Westen, war also zweichörig. Der Chor im Osten war nach Angaben aus dem Jahre 1765 viel niedriger als das Kirchenschiff. 1890 wurde dieser Anbau durch eine halbrunde Apsis ersetzt.

Neben den Teilen der Kirchenmauer, die noch in ihrer ursprünglichen Bausubstanz aus der 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts erhalten sind, ist auch der freistehende Glockenturm noch ein Zeugnis aus der Zeit des Mittelalters.

Das Mauerwerk des Turmes, zahlreiche Eisenklammern und einige verewigte Jahreszahlen zeugen von immer wieder erforderlich gewordenen Ausbesserungen.

Im Kircheninnern befinden sich noch einige kirchliche Ausstattungsstücke aus der katholischen Zeit vor der Reformation. Im Jahre 1897 wurden sie auf dem Dachboden des Pfarrhauses gefunden und wieder in den Kirchenraum gebracht. Man kann heute froh sein, dass diese Gegenstände nicht wie viele andere zur Zeit der Reformation zerstört wurden. Es handelt sich dabei um drei geschnitzte Holzplastiken gotischen Stils:

 

- ein Kruzifix, geschätzte Entstehungszeit um 1390 und  westfälischer Herkunft.
- ein Vesperbild- es zeigt die thronende Gottesmutter mit ihrem toten leichenstarren Sohn auf dem Schoß. Entstehungszeit vermutlich das Ende des 14. Jahrhunderts. Nach Vergleichen mit ähnlichen Werken wahrscheinlich ebenfalls aus Westfalen . 
- und eine Anna selbdritt aus der Zeit um 1500.

Tafeln im Kircheninneren erinnern an die Pastoren von Weene:

Priester Albert genannt 1438 und 1441
Priester Wilhelm genannt 1499
Henricus Cruse genannt 1543 und 1545
Siebrand Stelling genannt 1564 und 1565
Johann Drentwede 1590 - 1597
Jacob Drentwede 1598 - 1611
Arnold Wesseling 1611 - 1625
Johann Ruvius 1625 - 1634
Gerhard Flesner 1634 - 1671
Christoph Friedrich Flesner 1671 - 1698
Engelbert Conerus 1699 - 1726
Gerhard Friedrich Cohlmeyer 1726 - 1762
Engelbert Conerus 1762 - 1779
Peter Friedrich Reershemius 1779 - 1805
Meeno Hinrichs 1805 - 1814
Heinrich Frerich Backer 1815 - 1837
Johann Heinrich Schmertmann 1839 - 1849
Hinricus Jacobus Fischer 1849 - 1886
Heinrich Theodor Friedrich Linnemann 1887 - 1896
Christoph Bernhard Schomerus 1897 - 1912
Hermann Johann Julius Taaks 1912 - 1927
Friedrich Heinrich Karl Ohlmer 1929 - 1954
Luitjen Janßen 1955 - 1977
Wolfgang Hubbe 1981 - 1995
Kurt Booms seit 1997

Hier ein Foto mit einem Ausschnitt, auf dem die Pastoren Flesner stehen. Sie waren Mitglieder einer weitverzweigten Familie, deren letzter ermittelbarer Vorfahre aus Lübbecke stammte. Die Familie ist am häufigsten vertreten in Weene, aber auch im ganzen ostfriesischen Raum anzutreffen. Viele Familienzweige leben heute in den USA.

 

 

 

 

Zum Altargerät gehören ein Kelch, 1645 gestiftet von Hajo Lübben und eine Dose von 1818, mit den eingravierten Namen von Pastor H.F,Bakker und dem Kirchenvorsteher G.J. Flessner. Verschwunden ist heute leider eine Oblatenschachtel mit der Aufschrift Johannis Gerhard Flessner Anno 1669.

1666 starben in Weene viele Einwohner an der Pest. Wie viele kann nicht gesagt werden, weil zu der Zeit noch keine Kirchenbücher geführt wurden.

Zwischen 1867 und 1885 nahm die Einwohnerzahl trotz großer Geburtsrate beträchtlich ab, da viele Tausend Weener Bürger in die USA auswanderten. Begonnen hatte die Auswanderungswelle bereits nach einer schlechten Ernte 1846/47. Bei einer Scharlachepidemie 1871-1885 kamen außerdem viele Bürger ums Leben.

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Adresse

Ev.-luth. Kirchengemeinde Weene
Weener Weg 11
26632 Ihlow
e-mail: info@kirche-weene.de

 

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Links zur Region bzw. Kirche

viele weitere Informationen auf der kircheneigenen Homepage  http://www.kirche-weene.de

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Kirchenbücher und andere Quellen

 Kirchenbücher sind erhalten ab 1671, Trauungen ab 1672, Tote ab 1686.

Ein OSB ist in Vorbereitung. Ein Zeitpunkt für die Veröffentlichung steht noch nicht fest.

Bei den Mormonen liegen verfilmt vor

a) Zivilstandsregister, 1812: Film 1257591 Items 1-3
 
b) Zivilstandsregister, 1874-1900 (Standesamt)
 
Geburten 1874-1888 Film 1257046 Item 4
Geburten 1889-1900 
Heiraten 1874-1892
Film 1257047  
Heiraten 1893-1900 Tote 1874-1900 Film 1257048  
 
c) Kirchenbuchduplikat, 1804-1874
 
Taufen, Heiraten, Tote 1804 
Taufen, Heiraten, Tote 1828-1852 
Taufen, Heiraten 1853-1874
Film 1256902  
Tote 1853-1874 Film 1256903 Item 1

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Familienforscher dieses Kirchspiels

Name, WWW-Adresse des Forschers erforschte Familiennamen des Ortes Sprache
Klaus Euhausen
Backer
Russ Ehler
Email: Zwonk@aol.com
Ihler, Abbekken, Harms, Behrends, Dirks

Wenn Sie eine Homepage mit Forschungsergebnissen aus diesem Kirchspiel haben, so lassen Sie sich doch hier bitte eintragen, um schnelle Kontakte möglich zu machen. Wichtig ist die Angabe der Familiennamen, die in diesem Ort erforscht werden, bzw. wurden und der REAL-Name des Forschers. Bei Interesse senden Sie einfach eine Email mit dem Ort in der Betreffzeile an:

anmeldung@genealogie-forum.de

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Verwendete Quellen: siehe bitte unter  Impressum, Fotos: Doris Reuter

Kirchen der Gemeinde Ihlow:

Bangstede
Barstede
Ihlow
Kirchloog
Ochtelbur
Riepe
Simonswolde
Weene

 

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