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Die Religion der Mormonen beinhaltet die
Vorstellung, dass die Familie nach dem Tode wieder vereint wird. Auch den
Verstorbenen soll die Gelegenheit gegeben werden, die Religion der
Mormonen anzunehmen. Aus
diesem Grunde ist für jeden Mormonen die Familienforschung Bestandteil
seines Glaubens. Die erforschten Familienangehörigen werden posthum zu
Mormonen getauft.
Um den Angehörigen dieser Kirche die
Forschungen zu erleichtern, haben die Mormonen viele Kirchenbücher und
Quellen auch anderer Religionen verfilmt, und stellen diese Filme in
Archiven in fast jeder größeren Stadt auch Nicht-Mitgliedern zur Verfügung.
Ein Katalog erleichtert die Suche nach interessanten Verfilmungen. Hat man
in einem solchen Katalog einen interessanten Film gefunden, kann man
diesen im nächstgelegenen Archiv bestellen. Es fallen etwa 5 Euro für die
Portokosten an und der Film wird angefordert. Man kann diesen dann 3
Monate lang im Archiv ansehen und bei Bedarf die Frist auch verlängern
lassen.
Ein großer Vorteil dieser Archive ist
zweifellos, dass z. T. auch schon Quellen vor dem Krieg verfilmt wurden.
Viele Kirchenbücher aus den ehemaligen Ostgebieten, die von den Mormonen
verfilmt wurden, sind heute durch den Krieg vernichtet oder liegen heute
in polnischen Archiven und Informationen daraus sind nur schwer zu
erhalten. Weitere Vorteile ergeben sich natürlich daraus, wenn ein
Mormonenarchiv näher gelegen ist als das jeweilige Kirchspiel und der
Forschungsumfang so groß ist, das eine schriftliche Anfrage beim Kirchenbüro
eine Zumutung für den Pastoren wäre.
In den Archiven selbst sind Helfer, die Sie
bei Ihrer Suche unterstützen. Dabei sind jegliche Versuche, Besucher des
Archivs zum Mormonenglauben zu bekehren tabu und nicht zu erwarten. Die
Helfer in den Archiven werden zwar Fragen zu ihrem Glauben beantworten,
aber nicht selbst das Gespräch darauf bringen.
Als Gegenleistung erwartet man natürlich,
dass Sie Ihre Forschungsergebnisse den Mormonen zur Verfügung stellen.
Die gesamten Forschungen werden in einer großen Datenbank gesammelt, die
den Mormonen selbst die Suche nach eigenen Vorfahren erleichtert. Aus
diesem Grunde gibt es viele Kritiker, die die Familienforschung in den
Mormonenarchiven nicht gutheißen. Denn jeder Forscher lässt somit zu,
dass seine Vorfahren im Glauben der Mormonen getauft werden, ungeachtet
dessen, wie diese Menschen einmal ihr Leben geführt haben.
Über diesen Umstand muss sich jeder
Familienforscher seine eigenen Gedanken machen.
Ich persönlich bin kein Mitglied der
Mormonen und werde an dieser Stelle auch
keinerlei Wertung abgeben. Mein Ziel ist es lediglich, alle möglichen
Quellen für die Familienforschung zu nennen. Die Filme der Mormonen
hierbei auszulassen würde ein unvollständiges Bild ergeben, denn es gibt
ja durchaus Fälle, in denen ein Pastor nicht weiterhelfen kann oder möchte
und die Verfilmungen der Mormonen die einzige Möglichkeit zum Forschen
sind.
Ich bitte daher jeden Forscher, der nach
Quellen sucht, sich eine eigene Meinung zu bilden.
Weitere Informationen über die Mormonen
finden Sie auf den Seiten
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