Die
abwechslungsreiche Geschichte der Kirche St.Bartholomeus
Im Jahr 1356 wird "das Dorf zum
Meisteswalde" erstmals erwähnt, als der Ordensmeister Winrich von
Kniprode seinem Diener Bartusch das Dorf zu kulmischen Recht übergibt.
Aus dem Wortlaut der Handfeste ist zu folgern, dass schon zu dieser Zeit
eine Kirche gebaut wurde.
1475 wird die Kirche wieder erwähnt. Die
Bauern von Meisterswalde kaufen eine Glocke von der im Städtekrieg
zerstörten Eldener Mönchkapelle in Strippau. Möglich ist, dass in
diesem Jahr auch ein Neubau der Kirche von Meisterswalde vorgenommen
worden war. Die Kirche erhielt den Namen St. Bartholomäus. Ihr waren 850
Seelen in insgesamt 20 kleinen Gemeinden zugeteilt.
1571 wurde bei einer Visitation
festgestellt, dass die Kirche von Protestanten genutzt wurde. Dies ist
verständlich in Anbetracht der Tatsache, dass die Mehrzahl des polnischen
Adels und auch die Erbpächter von Meisterswalde evangelisch
waren.
1616 wurde die Kirche wieder den katholischen
Glauben zugeführt.
1620 wütete die Pest.
Auch in den Jahren 1624, 1625 und 1634
verloren Menschen ihr Leben durch die Pest.
1686 stellte der Bischof Maalinski bei
einer Visitation in Meisterswalde fest, dass die Kirche nur noch eine
Ruine sei. Die Wände waren gerissen, das Dach einsturzgefährdet, und
Gottesdienste konnten in der Kirche nicht mehr gehalten werden. Zur
Kirchengemeinde gehören zu dieser Zeit nur Meisterswalde und Mariensee,
der Pfarrbesitz ist verpachtet. Die Mehrzahl der Einwohner waren
wieder evangelisch geworden. Nur am Gemeinderand lebten 9 Katholiken.
1709 wieder wütete die Pest im Danziger
Gebiet und forderte viele Todesopfer. Meisterswalde blieb nicht verschont.
1749 stellte Pfarrer Schulz die Pfarre
wieder her, doch schon 1781 gab es erneut Probleme mit der Besetzung des
Pfarramtes. Das Pfarrland war verpachtet, die evangelische Kirchengemeinde
wurde von der Hauptkirche Mariensee mit betreut. In Meisterswalde lebten
80 Katholiken, die von Pfarrer Cölestin Teichert versorgt werden.
1831 wütete die Cholera im Danziger
Umland. Zu dieser Zeit entstand ausserhalb von Meisterswalde ein
Cholerafriedhof.
1861 gehörten 242 Seelen aus 9 Ortschaften
zur katholischen Gemeinde: Grenzdorf (69 Personen), Karninchenberg (3
Pers.), Wippich (13 Pers.), Lenzberg (22 Pers.), Kossenberg (123 Pers.),
Zalisie (40 Pers.), Popenwinkel (13 Pers.), Friedrichsort (19 Pers.) und
Hauung (11 Pers.).
Am 2.9.1868 wurde das Pfarrgehöft ein Raub
der Flammen. Ein Neubau wurde schnell begonnen.
1877 gibt es 320 Katholiken in der
Gemeinde, doch 1889 waren es nur noch 245, 1925 gar nur noch 201
Gläubige.
Die Kirche hat die Kriegswirren gut
überstanden und ist auch heute noch in einem guten Zustand. Vor dem
Eingang befindet sich noch heute der umgebettete Leichnam des Priesters
Johann Aeltermann, der von den Nationalsozialisten ermordet worden war.
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Die
kath. Kirche St. Bartholomäus
ist aus Findlingen gemauert. Nur der Turm
und der Ostgiebel sind aus Ziegelstein. Im Innern ist die Kirche sehr
schlicht gestaltet. Trotz einfachster Mittel haben es aber die Baumeister
verstanden, dem Besucher ein sakrales Gefühl zu vermitteln.
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Pastoren der kath.
Kirche Meisterswalde
Aus Dokumenten geht hervor,
dass man bei der Wahl des Pfarrers großen Wert darauf legte, dass dieser
die deutsche Sprache beherrschte und nicht mit den Polen
sympathisierte. In
der Auflistung der Pastoren gibt es leider Unterschiede. In der Chronik
von Meisterswalde von Arno Zube fand ich eine Liste, die allerdings
erheblich von einer Auflistung im Kirchenbuch selbst abweicht, die einer
der Pastoren dort verzeichnete (Kirchenregister 1766-1855 auf Seite 13).
Da ich die Quellen des Herrn Zube nicht kenne und nicht entscheiden kann,
welche Auflistung richtig ist, füge ich die Auflistung aus dem
Kirchenbuch ebenfalls zu Ihrer Information an. Als
ich die Chronik von Meisterswalde in die Hände bekam und den Unterschied
bemerkte, hatte ich leider die Verfilmungen der Kirchenbücher schon
zurückgeschickt. Ich hoffe, dass ich irgendwann Gelegenheit haben werde,
die richtige Reihenfolge zu überprüfen. Wahrscheinlich ist keine der
beiden Listen vollständig richtig, denn in der Kirchenbuchliste fehlt zum
Beispiel Robert v. Pradzynski, der 1910 Priester in Meisterswalde wurde.
An dieser Stelle war eine Lücke gelassen worden. Wenn
Sie selbst Licht in das Dunkel der Widersprüche bringen können, freue
ich mich sehr über eine Benachrichtigung. nach
oben
| Liste der Pfarrer
laut Chronik |
Liste der Pfarrer laut Kirchenbucheintrag
|
| 1571 - 1616 |
Balthasar Schulte (auch
Schultz), evangelisch |
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| ab 1616 |
wieder katholisch |
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| 1686 - 1748 |
Kirche ist
"wüst", nur 9 Katholiken |
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| 1748 - 1750 |
Jacobus Schulz |
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| 1750 - 1780 |
Pfarrer Wendt |
|
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| 1780 - 1783 |
Pfarre nicht besetzt |
1bis 1782 |
Andreas Gehrmann |
| 1784 - 1791 |
Bilinski (auch Bielski) |
1782 - 1792 |
Andreas Bielski |
| 1791 - 1796 |
Pfarrer Wimmer |
|
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| 1796 - 1819 |
Pfarrer Garant |
1793 - 1795 |
Franz Garendt |
| 1819 - 1820 |
Mathias Pczgorski,
Cölestin Teichert |
1796 - 1822 |
Mathias Progadzki |
| 1820 - 1828 |
Betreuung durch Mariensee |
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| 1828 - 1844 |
Wilhelm Miecznikowski |
1823 - 1850 |
Adalbert Miecznikowski |
| 1844 - 1850 |
Anton Kapitzka |
1850 - 1851 |
Victor Schrieten |
| 1850 - 1852 |
Victor Christen |
1851 - 1853 |
Hugo Dignowitz |
| 1852 - 1861 |
Joseph Zawiszewski |
1853 - 1861 |
Joseph Lawinewski |
| 1862 - 1866 |
Joseph Wegner |
|
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| 1866 - 1873 |
Heliodor Jeske |
1861 - 1872 |
Theodor Jeske |
| 1873 - 1890 |
Ferdinand Ohl |
1872 - 1891 |
Ohl |
| 1890 - 1910 |
Joseph Schwabe, Vikar Rutz |
1894 - 1895 |
Marielly Porzozinski |
| 1910 - 1912 |
Robert v. Pradzynski |
1895 - 1896 |
Eduard Studzinski |
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1896 - 1899 |
Vincent Rutz |
|
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1899 - 1909 |
Joseph Schwabe |
| 1912 - 1939 |
Johann Aeltermann |
1912 - 1939 |
Johannes Aeltermann |
| 1940 - 1941 |
Tissen |
1939 - 1941 |
Peter Thiessen |
| 1941 - 1946 |
Künemund |
ab 1941 |
Ildefons Künemund |
| 1946 - 1947 |
Tomas Kolakowski |
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| 1947 - |
Alexander Lukascevciez |
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| 1947 - 1957 |
Henryk Szczypinski |
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| 1952 - 1970 |
Maslyk Mieczyslaw |
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| 1970 - |
Gerhard Borys |
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(K)ein
Einzelschicksal: Die Geschichte des Pastoren Aeltermann
In der Chronik von
Meisterswalde wird von einem Nachfahren die Geschichte des Pastoren
Aeltermann erzählt, dem letzten deutschen Pfarrer von Meisterswalde. Wenn
Sie an der ausführlichen Geschichte interessiert sind, sollten Sie sich
per Fernleihe die Chronik Meisterswalde kommen lassen. An dieser Stelle
möchte ich nur eine Kurzform wiedergeben.
Dekan Aeltermann wurde
gewarnt. Man trug ihm zu, sein Name stünde auf einer Liste von 40
Personen, die ins Konzentrationlager zu bringen seien. Der Dekan lachte
nur, schließlich war er Deutscher unter Deutschen. Doch am
20.11.1939 drangen um 5 Uhr früh SS-Soldaten in das katholische Pfarrhaus
ein, verhafteten den Dekan und brachten ihn ins Konzentrationslager nach
Wischin. Als er hier das Neugeborene einer Polin taufte, sperrten ihn
SS-Männer in einen Keller. Bald darauf wurde er aus dem Lager
fortgebracht. Ein Pole beobachtete später, wie etwa 50 Menschen bei
Neufietz eine einzelne Grube und einen langen Graben ausheben mussten. Der
Dekan trat vor die Einzelgrube, wurde von einem Streifschuss getroffen und
fiel ohnmächtig aber vermutlich lebend in die Grube. Eine verendete Kuh
wurde auf ihn geworfen, bevor er verscharrt wurde. Nach Kriegsende mussten
Deutsche die Leichen der ermordeten Polen ausgraben. Auch die Leiche des
Pfarrers Aeltermann wurde unter dem verwesten Rind gefunden. Er ruht nun
vor dem Eingang "seiner" Kirche. Ein späterer polnischer
Pfarrer erlaubte schließlich das Aufstellen eines schlichten Holzkreuzes
zur Erinnerung an den Pastoren Aeltermann. Vor kurzem wurde nun sogar eine
polnische Grundschule nach Pastor Aeltermann benannt.
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Kirchenbücher
In den katholischen Kirchenbüchern von
Meisterswalde sind auch viele evangelische Personen verzeichnet.
Die Bücher sind nicht sonderlich
leicht zu lesen. Zunächst einmal sind viele Einträge verblasst,
teilweise sind die Seiten zerstört, andererseits wurden sie teilweise in
polnisch geführt und die Schrift ist sehr unleserlich. Protestantische
Meisterswalder sollte man bis 1832 in Löblau, danach in Mariensee suchen.
Allerdings ist niemals nur eine Kirche als einzige sichere Quelle nutzbar.
Wenn Daten fehlen sollte man entsprechend weitere Quellen der umliegenden
Kirchen untersuchen.
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Die
evangelische Christuskirche in Meisterswalde
Nachdem sich die Reformation
auch im Danziger Gebiet durchgesetzt hatte, schlossen sich der größte
Teil des Adels und viele Pächter dem evangelischen Glauben an.
1570 gehörte Meisterswalde
Johann von Schorz, der selbst lutheranisch war und auch nur an
"Ketzer" verpachtete. 1571
wird Baltasan Schulte Prediger in Meisterswalde. Wahrscheinlich wurde zu
dieser Zeit die kath. Kirche von den evangelischen Gemeindemitgliedern
genutzt, denn 1582 stellt man bei einer Visitation fest, dass die Kirche
von "Ketzern" genutzt werde. 1616 wurde Prediger Schulte vom
Bischof von Leslau vertrieben. 1701
wurde auf Veranlassung von Bischof von Kujowien die evangelische Kirche
abgerissen. Die Protestanten von Meisterswalde wurden von der
evangelischen Kirche Löblau betreut. 1773
gibt es aber in Meisterswalde eine evangelische Schule. 1832
gründete der Kaufmann Karl W. Gustav Steffen eine neue evangelische
Kirche in Mariensee, von der aus auch Meisterswalde betreut wurde. 1898
wurde dann der Bau einer eigenen Kirche in Meisterswalde genehmigt, und am
31.10.1902 wurde sie eingeweiht. Zur
Kirchengemeinde Meisterswalde gehörten 1929 21 Gemeinden: Meisterswalde,
Barenbruch, Braunsdorf, Ellerbruch, Grenzdorf, Johannisthal, Klein Saalau,
Kleinsee, Oberbuschkau, Groß Paglau, Prausterkrug, Unterbuschkau,
Saskoschin, Scherniau, Schönbeck, Schönholz-Forstgut, Schwarzenfelde,
Trockenhütte, Voßberg, Wartsch, Wiesenthal. Nach
dem Krieg ist die Kirche nicht mehr als solche genutzt worden. 1983 wurde
das Kirchendach renoviert und es war im Gespräch, die Kirche als zweite
katholische Kirche zu nutzen. Der evangelische Friedhof wird nicht mehr
genutzt und ist heute mit Gestrüpp überwuchert. nach
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