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Eine ausführliche Beschreibung dessen, was eine
Gedcom-Datei aus unseren Familiendaten macht.
GEDCOM ist die Abkürzung für Genealogical Data Communication
und ist ein Dateiformat, das die Inhalte einer Familiedatei von den
verschiedensten Genealogie-Programme gelesen und verstanden werden kann.
Entwickelt wurde der GEDCOM-Standard von der
Kirche Jesus Christus der Heiligen Letzten Tage, den Mormonen, die auch das
Copyright besitzen. Obwohl es eigentlich als universell einsetzbares
Datei-Format für den Austausch von Daten der Mormonen gedacht war, hat
mittlerweile fast jedes Programm diese Funktion übernommen und modifiziert. Und
so kommt es, dass trotz aller Versprechungen und Vorsätze es nicht unbedingt
immer möglich ist, tatsächlich alle Daten von einem zum anderen Programm zu
übertragen.
Eine Gedcom-Datei besteht aus einer Reihe von
Textkürzeln, wobei jedes ein bestimmtes Teil der Familiendatei beinhaltet. Die
einzelnen Linien sind nummeriert.
Es ist sogar möglich, eine Gedcom-Datei selbst
zu schreiben, aber das ist eine schweißtreibende Arbeit. So enthält eine
Gedcomdatei von etwa 400 Personen schätzungsweise 5000 bis 6000 Zeilen!
Wenn Sie eine Gedcom-Datei mit dem Wordprozessor
öffnen, sehen Sie ein scheinbares Durcheinander, Zeile für Zeile gefüllt mit
Nummern, Abkürzungen und Daten-Bruchstücken.
Einzelne Gruppen dieser Zeilen, die Informationen
über eine Person (INDI), eine Quelle (SOUR) oder eine Familie (FAM)
enthalten, bezeichnet man als records, und jede Zeile in einem "record"
hat eine "level number". Die erste Zeile eines jeden "record"
hat die Nummer "0" um anzuzeigen, dass hier ein neuer "record"
beginnt. Das bedeutet, dass Informationen so lange zu ein und derselben Person
gehören, bis wieder eine Zeile mit "0" beginnt.
Beispiel:
0 NAME Joseph /Hayen/
1 SEX M
1 BIRT
2 DATE 13 FEB 1922
2 PLAC Leer, Ostfrld.,Niedersachsen
(Dieser "record" betrifft solange Joseph Hayen, bis am Zeilenanfang
wieder ein 0 steht)
0 NAME Martha /Wessels/ (hier beginnen
die Daten zu einer neuen Person)
1 SEX F
1 BIRT
Hinter jeder Nummer steht eine Abkürzung, die
den Datentyp der Zeile festlegt. HUSB für Ehemann, PLAC für Ort,
MARR für Trauung, usw. Diese Hinweise können auch aus Zeichen bestehen
(@S43@), die zu anderen Personen, Familien oder Quellen in der Datei
verweisen.
Jeder Familienforscher sollte wissen, dass nicht
jedes Genealogie-Programm alle Abkürzungen beherrscht, vor allem dann nicht,
wenn diese Ereignisse selbst eingebunden wurden. Das bedeutet, dass die
entsprechenden Daten, die mit diesem Kürzel transportiert werden sollen,
ignoriert werden und verloren gehen.
Wenn eine GEDCOM-Datei importiert wird, benutzt
das Genealogie-Programm die oben erklärten Nummern und Abkürzungen, die
Familiendatei mit allen verwandtschaftlichen Beziehungen wieder herzustellen.
Die Software liest die Zeilen-Nummern und Abkürzungen, und versucht nun, die
enthaltenen Informationen in den eigenen Feldern abzulegen. Wenn die
Software eine Abkürzung nicht erkennt, ignoriert es die entsprechende Zeile oder
plaziert sie in einem speziellen Feld, von wo aus man sie später selbst
verschieben kann.
Der Kopf beinhaltet Informationen wie das
Ausgangsprogramm, das diese GEDCOM-Datei erzeugt hat (SOUR) und viele
andere Details:
0 HEAD
1 SOUR REUNION
(das Programm, das die Datei erzeugt hat: Reunion)
2 VERS V5.0 (Versions-Nummer des Programmes)
1 DEST ANSTFILE (das Programm, das die Datei importiert)
1 DATE 12 NOV 1997 (Tag der Erstelung der GEDCOM Datei)
1 FILE Paternal Family File 4.0 (Name der Familien-Datei)
1 GEDC
2 VERS 4.0 (die Versions-Nummer des angewandten Gedcom-Standards)
1 CHAR IBM DOS (das character set der importierenden Software)
Als nächstes folgt die Aufzeichnung einer Person. Seine individuelle
Referenznummer ist 302.
0 @I302@ INDI
1 NAME Michael /FITZGERALD/
1 SEX M
1 BIRT
2 DATE 1842
2 PLAC Duncannon, Ireland
1 DEAT
2 DATE 3 JAN 1916
1 OCCU Theater Stage Hand
1 NOTE Emigrated from Ireland in 1860, prob. landed at the Battery, New York
City. Had a brother who emigrated later and settled in Boston. Michael worked
for the old Forepaugh's Theatre as a stage hand and collected autographs and
news clippings of
2 CONT stage stars; spoke with a thick Irish brogue and known for his wit.
1 SOUR @S2@
1 HEAL Died of le grippe.
1 FAMS @F107@
CONT bedeutet, dass das Feld darüber
mehr Text enthält als es aufnehmen kann. Es wird an dieser Stelle fortgesetzt. SOUR
zeigt an, an welcher Stelle die Information abgelegt ist. In diesem Fall folgt
ein Verweis auf Quellen-Nummer 2. FAMS verweist auf einen
Familienzusammenhang.
Später folgen in der Datei die aufgelisteten
Familien ( FAM ).
Hier zum Beispiel wird die Familie mit der Nummer
107 angeführt vom Ehemann ( HUSB), dessen Personen-Nummer 302 ist, gefolgt
von seiner Frau ( WIFE) deren Personen-Nummer 303 ist und
deren Kinder (CHIL), deren Personen-Nummern aufgezählt werden. Ebenfalls
enthalten sind die Trauungsdaten ( MARRiage DATE):
0 @F107@ FAM
1 HUSB @I302@
1 WIFE @I303@
1 CHIL @I38@
1 CHIL @I316@
1 CHIL @I111@
1 CHIL @I109@
1 CHIL @I318@
1 CHIL @I36@
1 CHIL @I321@
1 MARR
2 DATE 17 DEC 1862
Soweit die wichtigsten Informationen über eine
Gedcom-Datei. Bedenken muss man dabei, dass eine Datei viele weitere
Informationen einschließt. All diese Informationen werden Zeile für Zeile
aufgelistet, meist zuerst die Personen, dann die Quellen, und schließlich die
Familien.
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