|
Einstieg lebendige Forschung alte Fotos Ahnentafel Präsentation Software Gedcom Mormonen Batchnummern Buchtipps Links Humor
|
|
Inhaltsverzeichnis:
- Der erste Schritt
- Wie beginne ich meine
Forschungen ?
- Wie verwalte ich die
gefundene Daten...?
- Wie verwahre ich alte
Dokumente...?
- Was ist mit den
Nebenlinien...?
- Wie kennzeichne ich die
vielen Personen...?
- Standesamt und Kirche
- Suche in entfernten
Gegenden
- Ohne
weiterreichende Kenntnisse geht es nicht!
- Wie fülle ich die Daten mit
Leben...?
- Hilfe....so viel Papier!
- Der "Tote
Punkt"
- Implex....Was ist das?
- Ich will mehr darüber
wissen....
Der erste
Schritt
Zunächst einmal sammeln Sie alle Daten,
die Sie auf Anhieb greifen können. Beginnen Sie mit den eigenen Geburts-
und Hochzeitsdaten, denen des (der) Ehepartner und Ihrer Kinder, Eltern
und Großeltern. Meist lässt sich anhand des eigenen Stammbuches schon
einiges zusammentragen, vieles weiß man aus dem Gedächtnis heraus.
Versuchen Sie zu möglichst vielen Ereignissen Urkunden zu kopieren und
gleich als Grundstock in Ihre Akten zu nehmen. Ihre erste Reaktion auf
diesen Text wird nun sein: "Wieso soll ich meine eigene
Geburtsurkunde archivieren- ich weiß doch, wann ich geboren
bin!" . Das ist sicherlich ein schlagendes Argument- doch wenn Ihre
Forschungsergebnisse in der Familie bleiben und in ein, zwei, drei
Generationen jemanden finden, der die Forschungen weiter betreibt- so wird
dieser Jemand sehr froh sein, wenn Sie an diese Maßnahme gedacht haben.
Gegebenenfalls können Sie (wenn Ihnen das sicherer ist) ein Schriftstück
hinzulegen, dass "private Daten" die jünger sind als 100 Jahre
aus den Akten entfernt werden sollen, wenn die Unterlagen die Familie
verlassen (beispielsweise an einen genealogischen Verein).
nach
oben
Wie beginne ich meine Forschungen...?
Zu aller Anfang heißt es: Bleistift spitzen, Schreibblock einpacken und
die Verwandtschaft besuchen! Man beginne ein unverfängliches Gespräch à la "Weißt
Du noch...?" und lässt sich all die Geschichten von damals erzählen, die man bisher
nie hören wollte. Da erfährt man dann von Tante Ulrike, dass die Großmutter noch zwei
uneheliche Kinder hatte, oder dass die Urgroßmutter ohne die Kinder erster Ehe nach
Amerika ausgewandert ist. Jedes Detail ist unwiederbringlich kostbar und sollte notiert
werden. Besuchen Sie zunächst die älteren Familienmitglieder. Das mag sich zynisch
anhören, aber wenn Oma erst gestorben ist, können Sie sie nicht mehr fragen. Wie oft
schon habe ich bedauert, dass meine Großeltern schon verstorben waren, als ich zu meinem
Interesse fand.
Manch einem Forscher erscheint gerade dieser Teil der Forschungen
langweilig. Man möchte so schnell wie möglich in die Vergangenheit, weil man die Frage
schon kennt: "Na, wie weit bist du denn zurückgekommen!" Lassen Sie sich aber
dadurch nicht verleiten, am Anfang den Fehler zu begehen, gleich in die Kirchenbücher
sehen zu wollen. Was Sie heute in der Verwandtschaft nicht erfahren, das können Sie
vielleicht nie wieder nachholen. Ein Onkel könnte ins Altersheim kommen und alle
Dokumente und alte Photos werden unwiederbringlich entrümpelt! Kostbare Hinweise gehen
verloren, weil Sie nie Tante Frieda gefragt haben, die als Einzige wusste, dass der Opa
aus Westpreußen kam!
Fragen Sie nach Fotos,
Urkunden, Bürgerbriefen, Testamenten. Lassen Sie sich Kopien anfertigen von allen Dokumenten, die
man Ihnen nicht überlassen will! Und fragen Sie danach, ob aus den Kriegszeiten noch ein
Ahnenpass existiert.
Sehen Sie bitte auch das Kapitel:
"Wie fülle ich die Daten mit Leben...?" weiter unten auf dieser
Seite.
nach
oben
Wie
verwalte ich die gefundenen Daten...?
Legen Sie für jede Familie einen Familienbogen an. Zu oberst kommt der
Haushaltsvorstand (liebe Forscherinnen....das ist in diesem Fall immer der Mann!) mit
Konfession, Beruf, Geburt, Taufe, Tod, Begräbniss und anderen Eheschließungen. Es folgt
die Heirat, die Daten der Frau und anschließend die Namen und Daten der Kinder. Kinder
aus anderen Ehen einer der Partner können auf der Rückseite notiert werden. Auf dem
Blatt sollte jede erdenkliche Einzelheit verzeichnet werden, denn so manches Mal sind es
die Kleinigkeiten, die einem weiterhelfen. Ist beim Tod eine Altersangabe vorhanden, kann
man zum Beispiel das ungefähre Geburtsjahr errechnen. NICHTS ist unwichtig!
Notieren Sie grundsätzlich auch Taufpaten und Trauzeugen. Einige
Familienbogen-Beispiele werden zum Download bei Genealogienetz.de angeboten.
(http://www.genealogienetz.de/vorlagen/
)
WICHTIG: Schreiben Sie nur mit dokumentenechter Tinte oder Mine....Ihre
Enkel finden sonst später nur leere Blätter vor! In Tinte schreiben Sie nur jene Daten,
die anhand von Urkunden, Kirchenbucheinträgen o.ä. von Ihnen belegt sind. Alle Daten aus
Zweitschriften oder vom Hörensagen tragen Sie nur mit Bleistift oder
Fragezeichen ein, bis Sie die
Richtigkeit der Daten nachweisen konnten. So sind zum Beispiel viele Ahnenpässe aus dem
Zweiten Weltkrieg fehlerhaft, und auch Ortssippenbücher wurden von Menschen
geschrieben,...und diese machen bekanntlich Fehler.
nach
oben
Wie verwahre ich alte Dokumente...?
Sie gehören zu den glücklichen Besitzern alter Schriftstücke und
Photos? Sicher möchten Sie diese gerne in Ihrem Genealogie-Ordner verwahren, aber lassen
Sie das lieber bleiben. In Klarsichthüllen aufbewahrt greift die Folie die kostbaren
Stücke an und macht sie unleserlich. Am besten ist ein Schuhkarton mit Deckel, in dem
alles lichtgeschützt aufbewahrt werden kann. Suchen Sie dafür einen trockenen
Aufbewahrungsort (nicht der Keller) ohne große Temperaturschwankungen
(Dachboden) und ohne schädliche Einflüsse wie Tabakqualm und Putz- und
Reinigungsmittel, dann hat auch Ihr
Urenkel noch Freude daran.
Wenn Sie dieses Thema näher
interessiert, lesen Sie auch den Artikel: Umgang mit
alten Fotos.
nach
oben
Was
ist mit den Nebenlinien...?
Im Moment interessiert Sie nur
der Geburtseintrag vom Ur-Großvater, aber Sie sollten als ernstzunehmender Familienforscher auch alle Geschwister mit
aufnehmen. Dies hat mehrere Gründe:
Es ergibt eine vollständigere Familiengeschichte.
Wie viele Kinder hatte
ein Paar und wie viele überlebten? Ist die Familie mehrfach umgezogen? Anhand der
Kinderdaten lässt sich das Leben einer Familie über Jahre besser nachvollziehen. Es gibt
Vorfahren, von denen ich bis heute weder Geburt, Trauung, noch Tod gefunden habe, aber die
Daten ihrer Kinder erzählt mir das Familienleben von 2 Jahrzehnten.
Man vermeidet viele falsche Daten. Denn hat man im Kirchenbuch einen
Geburtseintrag ein Datum gefunden: Woher will man sicher wissen, dass es das Geburtsdatum
seines Vorfahren ist, und nicht das eines früh verstorbenen Geschwisterchens? Nicht nur
in Ostfriesland war es üblich, einem Neugeborenen den Namen eines vorher verstorbenen
Geschwisterchens zu geben. In einigen Familien hatte ich 5 Kinder desselben
Namens,...das
letztgeborene war mein gesuchter Vorfahre. Außerdem ist das Erforschen einer Familie
wesentlich leichter, wenn man sich den größtmöglichen Überblick verschafft.
Sie werden sicher bald mit anderen Forschern in Kontakt kommen und Daten
austauschen wollen. Das ist aber schwierig, wenn Sie sich ausschließlich auf die
Hauptlinie konzentrieren. Je mehr Daten sie aufnehmen, desto eher die Wahrscheinlichkeit,
dass Sie anderen helfen können,...und dass man Ihnen helfen wird.
Schon so manches Mal konnte ich einen Toten Punkt überwinden, weil ich
einfach die Nebenlinie erforscht habe. Hier findet sich oft ein kleiner aber
entscheidender Hinweis, den man sonst übersehen hätte.
Vielleicht ist irgendwann Ihr Interesse geweckt, statt Vorfahren auch
die Nachfahren eines Vorfahren zu erforschen. Sie haben dann wenigstens schon mal einen
Einstieg vorbereitet.
Ich persönlich suche daher nach allen Kindern meiner Vorfahren, und wenn
möglich notiere ich mir deren Eheschließung und/oder Tod.
nach
oben
Wie
kennzeichne ich die vielen Personen...?
Darüber haben sich gottseidank schon andere Forscher den Kopf
zerbrochen, und dem entsprechend gibt es auch hier eine allgemein gültige Regel: die
sogenannten Keculè-Bezifferung. Die Person, bei der alles seinen Ausgang nimmt, ist die
Nr. 1, der sogenannte Proband. Sollten Sie auch die Linie ihres Ehepartners erforschen, so
ist es sinnvoll, ihr Kind als 1 zu beziffern. Der Vater erhält nun immer die
doppelte Zahl, bei der Mutter wird eine 1 dazu addiert. Das hört sich kompliziert an,
erleichtert aber das Durchblättern und Suchen erheblich. Beispiel: Sie suchen in Ihrer
Mappe die Eltern von Nr. 13 (ungerade Zahl, es ist also eine Frau). 13 x 2 = 26. Der Vater
von Nr. 13 ist also Nr.26, die Mutter 27. Der Ehemann von Nr. 13 ist Nr. 12, ihr Kind in
der Ahnenreihe folglich die Nummer 6. Mit etwas Übung fühlen Sie sich mit diesen Zahlen
schnell zuhause.
Um den Überblick weiter zu verbessern, kennzeichnen Sie noch die
einzelnen Generationen mit römischen Ziffern, also Generation I, Generation II, u.s.w.
Einen Überblick finden Sie auf der Seite: Aufbau
einer Ahnentafel
Nun verbleiben aber viele Personen
innerhalb der Familie ohne Kennziffer....was geschieht mit denen?
Die Kinder jeder in direkter Linie
liegenden Ehe erhalten die Nummer des Vaters (oder wenn unbekannt die Zahl
der Mutter) mit einem Buchstaben dahinter in der Reihenfolge der
Geburt. Angenommen, Ihr Vater (die Nr. 2) ist das zweitgeborene Kind
und hatte sowohl einen älteren Bruder als auch eine jüngere Schwester.
Ihre Geschwister erhalten nun die Nummer ihres Vaters, also die 2, und als
Ergänzung einen kleingeschriebenen Buchstaben: der Erstgeborene, Ihr
Bruder, bekommt ein "a" dahinter, sie selbst als zweites Kind
haben schon eine eigene Nummer (weil direkte Linie, nämlich die Nr.1),
Ihre Schwester bekommt die Nummer 2b.
Hat man nun noch Kindeskinder in die
Datei aufgenommen (z.B. aus der Ehe des älteren Bruders), so setzt man
diese Reihe fort: 2 a a, 2 a b, 2 a c,...
Auf diese Weise ist immer auf den
ersten Blick ersichtlich, von wem eine Person abstammt und in der
wievielten Generation.
nach
oben
Standesamt und Kirche
Nun geht es daran, neue Daten zu finden. In den meisten Fällen werden Sie
da zunächst beim Standesamt fündig. Standesämter wurden um 1874 eingeführt,...in
einigen Gegenden auch früher. Wenn man Glück hat, ist auf der Kopie der Todesurkunde ein
Randvermerk über Geburts- oder Heiratseintrag. Für Daten vor Einführung des
Standesamtes muß man sich an das jeweils zuständige Kirchspiel wenden. Hierfür muss man
natürlich wissen, welcher Konfession der Vorfahre angehörte. Spätestens jetzt muss man
sich mit dem Landstrich seiner Forschungen auseinandersetzen, denn es gilt herauszufinden,
wo die nächstgelegene Kirche der entsprechenden Konfession stand und ob sie schon zur
Zeit des Anlasses existierte.
Zunächst bietet es sich an,die entsprechende Kirchengemeinde oder das
jeweilige Standesamt anzuschreiben (niemals frankierten, an sich adressierten
Rückumschlag vergessen!) oder anzurufen. Je genauer Sie schildern, wen oder was Sie
suchen, desto eher können Sie mit baldiger Antwort rechnen. Fragen Sie an, ob die
entsprechenden Unterlagen im Hause sind, und ob man Ihnen Kopien der gesuchten Urkunden
zusenden könne. Nicht immer ist dieses kostenfrei! Daher rate ich Ihnen DRINGEND zu
erwähnen, dass Sie entstehende Kosten in Höhe bis.......DM selbstverständlich ersetzen,
bei Kosten, die darüber liegen, um Rücksprache bitten. Selbstverständlich können Sie
natürlich auch danach fragen, ob Sie vorbeikommen und selbst Einsicht nehmen können.
Im Interesse ALLER Forscher bitte ich Sie darum, stets diplomatisch und
freundlich vorzugehen. Gelegentlich gerät man an Pastoren oder Standesbeamte, die der
Familienforschung kein Verständnis entgegenbringen. Vergessen Sie in solchen Situationen
niemals, dass Diese Personen oft zu Recht vorsichtig sind. Herausgerissene
Kirchenbuchseiten von zu eifrigen Forschern sprechen da eine deutliche Sprache! Einige
Pastoren überwinden den Zwiespalt, indem sie sich die Zeit nehmen, mit dem Ratsuchenden
gemeinsam die Kirchenbücher durchzusehen. Nun überlegen Sie selbst, wie oft im Jahr er
diesen Zeitaufwand auf sich nehmen kann!
Altdeutsche Schriften zu lesen wird das erste Problem sein,
was Sie aber
mit einiger Übung und Erfahrung in den Griff kriegen. Es hat mich erschreckt zu erleben,
dass eines Tages im Archiv ein-und-derselbe Geburtseintrag von 3 verschiedenen Forschern
in dreierlei Weise gelesen wurde. Hier hilft nur eines: die genaue Kenntnis dessen, welche
Familien in dem Kirchspiel lebten. Suchen Sie daher nicht gezielt nur nach einer Person,
sondern nehmen Sie alle erwähnten Namen in ihr Gedächtnis auf. Weitere Tipps für
den Anfang:
Schreiben Sie auf einen Zettel alle Buchstaben in Groß- und
Kleinschreibung, die Sie zweifelsfrei erkennen, genauso, wie der Pastor sie benutzt und
vergleichen Sie gelegentlich, ob es für denselben Buchstaben verschiedene Schreibweisen
gab,...vor allem im Zusammenhang mit anderen Buchstaben. Dies erscheint vielleicht
umständlich, aber erst nach Einführen dieses Vorgehens habe ich in der Anfangszeit viele
Schreibfehler vermieden (wenn zum Beispiel der Pastor das R wie ein B schrieb).
Nehmen Sie immer ein Stück Transparentpapier mit (Butterbrotpapier
tut's zur Not auch). Wenn wirklich einmal ein Wort oder Satz unlesbar erscheint, lege ich
das Transparentpapier darüber und schreibe es genau ab. Komme ich dann von meiner
Archivstunde nach Hause, fällt mir oft innerhalb kurzer Zeit seine Bedeutung auf. Falls
nicht, kann ich es mit Hilfe oben erklärten Zettels in Ruhe entschlüsseln, oder einen
anderen Forscher um Rat fragen.
Mit der Zeit werden Sie diese Hilfen aber immer seltener nötig haben! Sie
müssen aber auch damit rechnen, irgendwann fremde Sprachen lesen und entziffern zu
müssen: mit Französisch, Holländisch und vor allem Latein musste ich mich im Laufe der
Jahre "abquälen". In diesen Fällen schreibt man am besten alles ab, wie es
geschrieben steht und schlägt später in einem genealogischen Handbuch nach.
Zum Üben hier ein paar Kopien
aus Kirchenbüchern mit entsprechender "Übersetzung" (noch
recht leicht zu lesen):

- "Den 1.Apr. gestorven en Den 8 Apr.
- Begraven Hindrik Lubbers.
- Heb ik gepredigd."
-
Kirchenbuch Weener, Krs. Leer

"Junggeselle und Eigenthümer Julius Adolph Eduard
Schöel aus Strippau, jüngster und 5ter Sohn des zu Strippau verstorbenen
Eigenthümers Christian Schoel und der noch lebenden Constant. geb. Loht,
wurde mit Jungfer Eleonore Henriette Engler, 4ter Tochter des zu Strippau
verstorbenen Eigenthümers Gottlieb Engler und der noch lebenden Eva geb.
Czerwinski, am 5.6. u 7. Dom Trin. ( 22 u 29. Juni und 6. Juli) ohne
Einspruch aufgeboten und am 10 ten (zehnten) Juli in der Kirche
getraut."
nach
oben
Suche
in entfernten Gegenden
Irgendwann kommen Sie mit Sicherheit an den Punkt, wo die Vorfahren aus
anderen Gegenden kamen. Nun ist es nicht mehr so einfach, die Kirchenbücher vor Ort
selbst zu erforschen. In diesen Fällen sind Sie auf schriftliche Anfragen angewiesen.
Aber darüber hinaus gibt es weitere Möglichkeiten. Einige Kirchenkreise haben die
Kirchenbücher ihrer Gemeinden verfilmt und in einem eigenen Archiv für die wachsende
Anzahl der Familienforscher hinterlegt. So liegen z.B. in Aurich die Filme aller
ostfriesischen Kirchenbücher vor.
Am kompliziertesten scheint die Suche zu sein, wenn Vorfahren aus den
ehemaligen deutschen Ostgebieten kommen. Aber hier bietet sich ein Besuch im Archiv der
Mormonen an. Da Ahnenforschung Bestandteil ihres Glaubens ist ( auch verstorbene
Familienangehörige sollen die Möglichkeit bekommen, ihren Glauben posthum anzunehmen),
haben die Mormonen schon vor dem zweiten Weltkrieg damit begonnen, Kirchenbücher zu
verfilmen.
Desweiteren sollte man sich nach Ortsippenbüchern erkundigen, die in der
jeweiligen Gegend herausgegeben wurden. Sinnvoll kann der Beitritt zu einem Verein der
entsprechenden Gegend sein. Hier erhält man durch Kontakte zu anderen Mitgliedern oder
Vereinspublikationen viel über mögliche Quellen.
Da ich bisher nur in den Gegenden Ostfriesland und
Westpreußen forsche,
kann ich nur zu diesen Gegenden Hinweise geben. Diese finden Sie auf den jeweiligen
Seiten.
nach
oben
Ohne weiterreichende Kenntnisse geht es nicht...!
Im Laufe Ihrer Forscherkarriere werden Sie Fähigkeiten erlernen, von denen Sie
immer dachten, das würden Sie nie verstehen! Ohne Hintergrundwissen sind Sie nämlich
irgendwann am Ende Ihrer Forschungen.
Zunächst sollten Sie sich mit dem Lesen
alter Schriften vertraut machen. Da es hierzu schon eine sehr gute Homepage
gibt, muss ich hierzu keine eigenen Erklärungen aufschreiben. Besuchen Sie
zum Thema "Schrift" die Seite http://www.suetterlinschrift.de/
.
Sie müssen sich mit der jeweiligen Gegend auskennen
um herauszufinden, welches Kirchspiel wann wo für wen zuständig war. Mit Glück reicht
ein Atlas,...aber meistens ist mehr Recherche notwendig. Irgendwann kommt man auch um
einiges Wissen bezüglich der Geschichte des Landes und seiner Herrscher nicht herum. Erst
wenn man einige Kenntnisse über den Landstrich erlangt hat, kann man Forschen ohne
wichtige Details zu übersehen. Nehmen wir doch nur als Beispiel die Familienforschung in
Ostfriesland. Ohne das Wissen um die patronymische Namensgebung hat man nach spätestens
drei Generationen lauter fremde Menschen in seinem Stammbaum!!! So kann ich nur jedem
Forscher zu Beginn seiner "Laufbahn" empfehlen: "Lese und lerne!!!!"
nach
oben
Wie
fülle ich die Daten mit Leben?
Machen Sie nicht den Fehler und forschen Sie drauflos, um
schnellstmöglich viele Generationen zu sammeln. Das ist keine Familienforschung. Sammeln
Sie lieber Briefmarken. All die Namen in Ihrem Stammbaum waren Menschen mit Lebensläufen,
sie haben gearbeitet, Kinder erzogen, schlechte und gute Zeiten durchlebt,...wir sollten
forschen, um sie zu ehren, nicht um ihre Namen zu sammeln! Also versuchen wir so viel wie
nur möglich über ihr Leben herauszufinden.
Um an Informationen zu kommen, ist wieder das Gespräch mit Verwandten die
erste Wahl. Fragen Sie nach alten Fotografien, fragen Sie nach Einzelheiten. Die älteste
Generation hat noch Erinnerung an längst verstorbene Vorfahren. Ich weiß von meiner
Ur-Urgroßmutter, dass Ihr Mann bei ihrer Trauung ihre Taille mit beiden Händen umfassen
konnte...als sie starb wog sie an die 150 kg. Eine andere war eine kleines Persönchen,
mit schwarzen Haaren und tiefer Stimme. Sie war so resolut, dass ihr Bräutigam kurz vor
der Trauung davonlief....und erst zwei Jahre später reumütig zurückkehrte. All diese
Informationen,...und es sind viele mehr, erhalten Sie nur, wenn Sie Gespräche führen und
genau hinhören.
Anschließend versucht man alles zu fotografieren, was noch aus den
Lebensbereichen der Ahnen existiert, z.B. Grabstellen, Grabsteine, Häuser, in denen sie
wohnten, die Kirche, in der sie getauft wurden,... und man schiebe es nie länger als
nötig heraus.
Ein simples Beispiel mag diesen
Ratschlag veranschaulichen: Ich
erfuhr von einem Forscherkollegen, dass das Häuschen vom
Ur-Ur-Großvater noch immer existiert. Da selbst die Häuser meiner Großeltern schon
abgerissen sind, war diese Nachricht für mich etwas ganz Besonderes. Früher Zeichen
seines hohen Standes (ein Backsteinhaus), war das Häuschen heute
unvorstellbar ärmlich und verkommen.
Ich fuhr die zwei Stunden zu dem Haus, redete mit seinen Bewohnern und durfte ein paar
Fotos machen. Eine Woche später ist dieses Häuschen abgebrannt.
Was Sie an Informationen über die Zeit von vor 200 Jahren herausfinden
können,...da ändert sich die Aktenlage kaum. Aber alles, was die nächstgelegene
Vergangenheit angeht, kämpfen Sie einen Kampf gegen die Zeit. Denn wie schnell ist
heutzutage ein altes Gebäude abgerissen und wie viele alte Grabsteine, unwiederbringliches
Kulturgut, wurden schon zum Straßenbau verwendet. Also sollte dies unbedingt ihr erster
Schritt sein, bevor sie weiter in die Vergangenheit gehen.
Wenn Sie einige Namen haben, sollten Sie sie mit Hilfe von Archiven mit
Leben füllen. Hier lagern unzählige Akten und Briefe, und man findet unter Umständen 250
Jahre alte Briefe seiner Vorfahren, Testamente, Gerichtsverfahren. Aber auch die Lektüre
der Dorfchronik erzählt aus dem Leben unserer Ahnen. Wenn auch ihre Namen nicht erwähnt
werden, so erfahren wir doch, wann eine Flut, eine Feuersbrunst oder eine Pest unseren
Vorfahren zu schaffen machte. Und wenn Sie das nächste mal gefragt werden,
wie viele
Generationen Sie schon zusammen haben (in meinen Augen eine Frage, die jeden Genealogen
ärgern sollte), dann antworten Sie darauf mit: "Nicht auf die Anzahl der
Generationen kommt es an, sondern darauf, wie viel ich über diese Menschen weiß!"
nach
oben
Hilfe...soviel
Papier!
Irgendwann haben Sie so viele Familienblätter in ihren Mappen, dass der Überblick
immer schwieriger wird. Allein, wenn man einem Forscherkollegen Auskunft geben will, sitzt
man stundenlang daran, seine Ergebnisse abzuschreiben.
Ach, Sie hatten selbst schon an einen Rechner gedacht? Sie haben gar vor, von Anfang an
mit einem Computerprogramm zu arbeiten, weil Sie mit Papierkram nichts anfangen können?
Nur zu. Spätestens nach dem ersten Festplatten-Absturz werden Sie genau wie ich parallel
arbeiten: sowohl mit dem Computer, als auch mit den Familienbögen und Mappen.
Ein Programm möchte ich Ihnen lieber nicht empfehlen, denn es kommt schnell zum
Streit, wenn zwei Forscher verschiedene Programme benutzen und anpreisen. Tun Sie sich selbst den
Gefallen, und kaufen Sie niemals ein Programm, nur weil es Ihnen heiß empfohlen wird!!!!
Besorgen Sie sich Demoversionen und testen Sie selbst, bis Sie an ein Programm geraten,
das Ihren Vorstellungen entspricht. Und denken Sie niemals, Qualität sei eine Frage des
Preises. Es wäre ein fataler Irrtum! Es gibt hervorragende Programme, die keinen Pfennig
kosten (!), und es gibt, für unverschämte Preise, genealogische Software, die nur für
den Mülleimer taugt. Lesen Sie hierzu bitte auch meine Seite zur genealogischen
Software.
nach oben
Der "Tote Punkt"
Er kommt immer zu früh:...der Tote Punkt. Das ist die Linie, die endet, weil man
einfach nicht weiter kommt,...in einer Sackgasse gelandet ist. Der Alptraum eines jeden
Forschers. . Manchmal lässt sich ein solcher Toter Punkt durch Zufall oder harte Arbeit
überwinden. Manchmal ist und bleibt es das Ende dieser Linie. Die Gründe für ein
nicht
weiterkommen ist vielfältig:
- Ein Ehepaar wohnte vorher in einem anderen Ort, und nichts deutet darauf hin, woher es
kam.
- Vielleicht ist es gar aus einer weit entfernten Gegend zugewandert.
- Der Pastor hat schlicht diverse Eintragungen vergessen.
- Die Familie wechselte plötzlich die Konfession, z.B. weil der neue Landesherr eine
andere Konfession hatte. (Wes Brot ich ess, des Lied ich sing'!)
- Die Familie hat den Namen gewechselt (bringt jedem ostfriesischen Forscher die größte
Freude! ).
Bei all diesen Fällen hat man eine Chance, durch Erforschen der Nebenlinien den Toten
Punkt zu überwinden. Kaum eine Chance aber hat man, wenn z.B.
- Ein Kind unehelich geboren und der Vater
nicht genannt wurde,
- Ältere Kirchenbücher im Laufe der Jahrhunderte verbrannt oder verschollen sind.
nach oben
Was
ist das: ein Implex?
Was ist denn das??? Plötzlich taucht ein Vorfahre
gleich doppelt in meiner Mappe auf. Habe ich einen Fehler gemacht?
Nein, das ist der sogenannte Implex oder
auch Ahnenschwund, der sich in
fast jeder Forschung irgendwann einfindet. Ein mir bekannter Forscher pflegt
während seiner Volkshochschulkurse zu sagen: "Wenn Sie noch keinen
Implex in Ihrer Familie gefunden haben, dann haben Sie nur noch nicht lange
genug gesucht!"
Ganz offensichtlich ist der
Implex, wenn
Cousin und Cousine heiraten. In diesem Fall haben beide Personen dieselben
Großeltern. Manchmal liegen aber auch viele Generationen dazwischen. Dies darf nicht mit Inzucht verwechselt werden. Oft
wussten die Brautpaare nicht einmal, dass sie miteinander verwandt waren,...oder kennen Sie alle Urenkel
Ihres Urgroßvaters???
nach
oben
Ich will mehr darüber
wissen....
Ich konnte Ihnen hier nur einen kleinen Überblick bieten
und aus meinen eigenen Erfahrungen Hinweise geben. Sicherlich lässt sich
noch viel mehr zu diesem Thema sagen. Wenn Sie mehr wissen
möchten, schauen Sie doch bitte unter Links bzw. Buchtipps nach- so
kommen Sie an weitere Informationen.
|
|